Die Ölpreise stiegen auf ein Jahreshoch von 35 $
Gewalt in Nahost belastet deutschen Aktienmarkt

Die Eskalation der Gewalt im Nahen Osten hat den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag deutlich belastet. Der Dax schloss mit einem Minus von 1,5 Prozent auf 6 465 Punkten.

Reuters FRANKFURT. Die Eskalation der Gewalt im Nahen Osten hat den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag deutlich belastet. Der Dax schloss mit einem Minus von 1,5 % auf 6 465 Punkte. Auch an den US-Börsen und am Frankfurter Neuen Markt gaben die Indizes nach. Händler verwiesen zur Begründung zudem auf die im Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen gestiegenen Ölpreise, die auf ein Zehnjahreshoch von 35 Dollar kletterten und die Aussichten auf die Konjunktur in der Euro-Zone damit verschlechtern dürften.

Israelische Kampfhubschrauber hatten am Donnerstagnachmittag im Gaza-Streifen Ziele in unmittelbarer Nähe des Hauptquartiers von Palästinenser-Präsident Jassir Arafat beschossen. "Wir sind entsetzt über die Entwicklung im Nahen Osten", sagte ein Händler. "Das hat alle Märkte in Aufruhr versetzt. Die Folge ist sehr wahrscheinlich ein Flächenbrand." Die Börsianer machten sich nun große Sorgen, dass die Entwicklung in Nahost aus den Fugen gerate. Sollte dies geschehen, dürfte eine weltweite Panik die Folge sein, sagte der Händler weiter.

Die Ölpreise stiegen nach der Eskalation im Nahen Osten sprunghaft. Der Preis der marktführenden Ölsorte Brent kletterte in der Spitze über drei Dollar auf 35 $ und erreichte damit ein neues Zehnjahreshoch. "Die höheren Ölpreise und die Gewalt nach den politischen Spannungen im Nahen Osten werden schlecht für die Aktienmärkte sein", sagte Paul Horne, Aktienmarktstratege bei bei Schroeder Salomon Smith Barney. Der Dow-Jones-Index fiel bis zum Börsenschluss in Deutschland um 3,3 Prozent auf 10 074 Punkte. Der technologielastige Nasdaq-Composite-Index gab 2 % auf 3 103 Zähler nach.

Händler sagten, dass die Marktteilnehmer aus den Aktien in festverzinsliche Wertpapiere geflüchtet seien. Der Euro-Bund-Future schloss 31 Ticks im Plus bei 105,98 Punkten und erreichte damit ein neues Kontrakthoch. Zudem wurde die schwache Tendenz im Dax auch mit den Verlusten bei den Banken- und Versicherungstiteln begründet, die Kursabschläge von bis zu 3,2 % hinnehmen mussten. Die Börsianer sprachen von wiederaufkommenden Zinsängsten.

Die Technologiewerte drehten im Schlussgeschäft ins Minus. Am Vormittag hatten sie noch Händlerangaben zufolge von den besser als erwarteten Quartalszahlen des US-Chipproduzenten AMD profitiert und für eine Erholung des Dax gesorgt. Infineon schwächten sich um 0,5 %, Epcos um 0,1 % und Siemens um 0,7 % ab. Indexschwergewicht Deutsche Telekom verbilligte sich um 1,7 % auf 35,90 Euro. Im Verlauf hatte die T-Aktie ein neues Jahrestief bei 35,01 Euro markiert. Erneute Spekulationen über ein angebliches bevorstehendes Programm zur Kostensenkung beflügelten nach Händlerangaben die Aktien des Einzelhandelskonzerns Karstadt-Quelle . Das Papier kletterte um 4,3 % auf 37,30 Euro. Händler sagten, Spekulationen über ein Kostensenkungsprogramm, einen neuen Geschäftsplan sowie eine neue Europa-Strategie hätten den Einzelhandelstitel in die Höhe getrieben. Der Konzern dementierte die Gerüchte auf Anfrage.

Von 30 gehandelten Standardwerten schlossen 28 mit Abschlägen und nur zwei mit Aufschlägen. Das Handelsvolumen war mit 49 Millionen gehandelten Dax-Werten überdurchschnittlich. Der MDax verlor 1,1 % auf 4 720 Zähler.

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