Die ÖTV stellt mit rund 1,5 Mill. die Hälfte aller potenziellen ver.di-Mitglieder
Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di

ap FRANKFURT/MAIN. Mit der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di wird die Struktur der Arbeitnehmervertretung in Deutschland nachhaltig verändert. Ziel der neuen Gewerkschaft ist es, dem Wandel der Wirtschaft Rechnung zu tragen und eine Vertretung für den Dienstleistungssektor zu schaffen. Gelingt die Fusion, entsteht die mit rund drei Mill. Mitgliedern weltweit größte Einzelgewerkschaft. Historisch ist auch die Überwindung der Spaltung im Gewerkschaftslager, denn die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft (DAG) wird mit der Fusion in die Reihen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) integriert.

Zu ver.di wollen die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, Transport und Verkehr (ÖTV), die Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV), die Deutsche Postgewerkschaft (DPG), die IG Medien und die DAG fusionieren. Am 23. Oktober unterzeichneten die fünf Vorsitzenden die Gründungsdokumente. Danach soll ver.di in 13 Fachbereiche unterteilt werden, die die rund 1 000 Berufe im Dienstleistungsektor, der dienstleistungsnahen Industrie sowie aus Medien, Kultur und Bildung repräsentieren. Zudem soll die Gewerkschaft unter dem Bundesvorstand eine Landes- und eine Bezirksebene erhalten.

Die ÖTV stellt mit rund 1,5 Mill. die Hälfte aller potenziellen ver.di-Mitglieder. HBV, DPG und DAG haben jeweils knapp 500 000, die IG Medien annähernd 200 000 Mitglieder. Bei der ÖTV hat es besonders wegen der Bezirksbildung in ver.di Widerstand gegeben. Bislang hat die Gewerkschaft auf der untersten Verwaltungsebene bundesweit 162 Kreisverwaltungen. Für ver.di sind rund 110 Bezirke vorgesehen. Unter den fünf Gewerkschaften sollen die Positionen in der Anfangsphase nach einer Quote vergeben werden: Dabei sind 48 % für die ÖTV, jeweils 15 für DAG, HBV und DPG sowie sieben für die IG Medien vorgesehen. Entsprechend würden bei der Bezirksbildung nach derzeitigem Stand rund 100 ÖTV-Funktionäre ihre Posten verlieren.

Der weiteren Planung zufolge soll die ver.di-Gründung auf fünf Gewerkschaftstagen im März 2001 besiegelt werden. Dazu müssen die Einzelgewerkschaften ihrer Selbstauflösung zustimmen. Bei der ÖTV ist hierfür eine Mehrheit von 80 % erforderlich. Bei den anderen Gewerkschaften gilt die Zustimmung der Basis als nahezu sicher.

Die Frage des ver.di-Vorsitzes soll im Dezember entschieden werden. Die Besetzung ist nach dem Abtritt von Herbert Mai als ÖTV-Vorsitzender offen. Als eine Kandidatin gilt nun aber die HBV-Vorsitzende Margret Mönig-Raane. Sitz des ver.di-Bundesvorstandes wird Berlin. Nach der ver.di-Gründung wären im DGB nur noch acht statt bislang elf Organisationen vertreten. Hinter ver.di wäre die IG Metall mit rund 2,7 Mill. Mitgliedern dann die zweitgrößte Gewerkschaft.



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