Die oft recht guten Rebgärten liegen außerhalb der gefeierten Appellationen
Guter Supérieur zum kleinen Preis

Das Weinland Bordeaux besitzt in etwa so viele Weingärten wie ganz Deutschland. Das ist natürlich nicht alles Margaux und Pétrus, Mouton oder Lafite. Es gibt an der Gironde auch Mengen von schlichter Handelsware, die sich nur "Bordeaux AC" nennen darf, gut genug für die Verbrauchermärkte.

In dem Heer der namenlosen Winzer finden sich Erzeuger mit ein wenig mehr Ehrgeiz und etwas besseren Lagen. Sie dürfen auf dem Etikett ein "Supérieur" hinzufügen. Deren über die gesamte Region verstreute Anbaufläche umfasst rund 10 000 Hektar und ist damit so groß wie jene von Württemberg - nur mit dem Unterschied, dass nicht einmal halb so viel geerntet wird.

Die Supérieur-Gruppe liegt im Schatten der Bordelaiser Berühmtheiten und wird von daher gnadenlos übersehen. Der "Atlas der französischen Weine" von Hugh Johnson und Hubrecht Duijker erwähnt sie nicht. Im beinahe allwissenden "Oxford Weinlexikon" finden sich eben mal vier dürre Zeilen. C?est tout.

Diese Winzer haben es - weiß Bacchus - schwer: Ihre oft recht guten Rebgärten liegen außerhalb der gefeierten Appellationen. Sie haben keine Chance, einmal wenigstens in die geringste Klasse der großen Gewächse, der Crus bourgeoises, aufgenommen zu werden, obwohl die Besten unter ihnen da durchaus mithalten könnten.

Seit einigen Jahren tut die Bordeaux-Weinwirtschaft etwas für die Supérieurs. Eine Werbekampagne wurde gestartet, mit dem netten Spruch "La plus simple façon d?aimer les Bordeaux". Und es gibt den Wettbewerb "Talent", um engagierte Erzeuger zu ermuntern.

Jetzt stand der gute Jahrgang 2001 auf dem Tisch. Eine 25-köpfige internationale Jury wählte im Pariser Pavillon Ledoyen aus 26 vorab ausgesuchten Weinen die fünf allerbesten. Es sind dies Gewächse von Format - unter 20 Euro.

Die beiden Erstplatzierten werden auch in Deutschland vertrieben. Die "Prestige"-Füllung von Château Lan dereau ist ein Bordeaux- Klassiker von Ehrfurcht gebietender Strenge und Dichte, vielleicht mit Bachschem Fugenwerk zu vergleichen. Aromen von Rauch und Sandelholz steigen aus dem Glas auf. Am Gaumen klingt der Geschmack von Schlehen und Erde lange nach. Erst in drei, vier Jahren wird dieser Wein seine ganze Größe zeigen.

Château Landereau, 11,80 Euro La place de Bordeaux, Hamburg, Tel. 040/40170846 www.vindebordeaux.de

Die "Cuvée Passion" von Château Tour de Mirambeau hingegen kommt im Händelschen Prunk daher, verströmt geradezu orientalische Düfte von Rauch, Karamell und Gewürzen. Die an Pflaumen erinnernde Frucht wird von einem Hauch Süße begleitet. Dieser mächtige Tropfen schmeckt schon jetzt, kann aber noch reifen.

Château Tour de Mirambeau 16,80 Euro Das Weindepot, Wilhelmshaven Tel. 04421/44848 www.das-weindepot.de

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