Die Opec will zukünftig alle fünf Jahre tagen
Opec-Gipfel schloss mit Appell zur Einigkeit

Mit einem Appell zur Einigkeit ist am Donnerstagabend in Caracas die erste Gipfelkonferenz der Organisation Erdöl exportierender Staaten (OPEC) seit einem Vierteljahrhundert zu Ende gegangen.

ap CARACAS. Die besonders vom Gastgeber, dem venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez, beschworene Einheit wurde aber von kontroversen Ansichten zu einer Reihe wichtiger Themen und Animositäten einiger Mitgliedsländer untereinander überschattet. Einer Meinung war man aber in der Ablehnung einer Erhöhung der Fördermenge über das bereits zugesagte Maß hinaus. Irak kritisierte, dass wegen des Widerstandes Saudi-Arabiens und Kuwaits das Konfliktthema der Sanktionen gegen Bagdad keinen Eingang in die Erklärung von Caracas fand.

Chavez rief die Opec-Staaten auf, sich zu Anwälten der Entwicklungsländer zu machen. In der Schlusserklärung wurden aber auch der Dialog mit den Industriestaaten betont und eine stärkere Kooperation in der OPEC gefordert. Der venezolanische Staatschef kündigte an, er werde im November mit europäischen Regierungen über finanzielle Entlastungen für die Entwicklungsländer sprechen. Chavez wiederholte die Opec-Zusage, dem Ölbedarf auf den Weltmärkten nachzukommen, aber zu einem "fairen" Preis, der auch einen Gewinn abwerfe. Chavez kündigte weiter an, es werde künftig alle fünf Jahre einen Gipfel geben. Der diesjährige Gipfel in Caracas war erst der zweite in der 40-jährigen Geschichte des Kartells.

Opec-Präsident Ali Rodriguez äußerte sich zuversichtlich, dass der Ölpreis mittelfristig unter 28 $ pro Barrel sinkt. Als Grund für seine Annahme nannte Rodriguez die Erhöhung der Förderquote ab Oktober um 800 000 Barrel (das Barrel zu 159 Litern) und den Verkauf eines Teils der strategischen Ölreserve der USA ab November. Zu einer weiteren Erhöhung der Förderquote sahen die Staats- und Regierungschefs keinen Anlass.

Der irakische Vizepräsident Taha Jassin Ramadan bemerkte, dass Kuwait und Saudi-Arabien als einzige Länder gegen eine Aufnahme der Forderung eines Endes der Sanktionen gegen Irak in die Schlusserklärung stimmten. Außerdem kritisierte er den Beschluss der Vereinten Nationen, Kuwait weitere 16 Mrd. $ (rund 35 Mrd.DM) Kriegsentschädigungen zu bewilligen. Zudem warfen Konflikte zwischen den Opec-Ländern Iran und Irak sowie Irak und Kuwait und der Außenseiterstatus Libyens einen Schatten auf die Konferenz. Chavez bedauerte, dass weder der libysche Staatschef Muammar el Gaddafi noch der irakische Präsident Saddam Hussein nach Caracas kommen konnten.

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