Die Opposition hat das Wort
Mayer-Vorfelder erwartet heute harte Kritik

Gerhard Mayer-Vorfelder hat schon mit Otto Rehhagel telefoniert. Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat den Trainer der griechischen Nationalmannschaft vor dem EM-Finale Glück gewünscht. "Mehr nicht", versichert Mayer-Vorfelder, der wegen seiner eigenmächtigen Suche nach einem Bundestrainer in die Kritik geraten ist.
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HB BERLIN. Mehr nicht - das kann zweierlei heißen. Erstens: Nach der Absage von Wunschtrainer Ottmar Hitzfeld soll nichts mehr überstürzt werden; am heutigen Montag trifft sich das DFB-Präsidium zu einer Sondersitzung, um sich auf ein Anforderungsprofil für einen Trainer zu einigen. Zweitens kann es bedeuten: Zu mehr als netten Telefonaten ist Mayer-Vorfelder nicht befugt. Denn das DFB-Präsidium berät in der Verbandszentrale in Frankfurt am Main auch über das Anforderungsprofil seines Präsidenten. Und das scheint immer weniger mit Mayer-Vorfelder zusammenzupassen.

In der Sitzung wird eine heftige Debatte um die Amtsführung des 71 Jahre alten Verbandschefs erwartet. "Alle Trainernamen sind Spekulation", hieß es am Sonntag aus der Umgebung von Franz Beckenbauer, dem bei dem Treffen eine Schlüsselrolle zukommt. "Erst müssen wir sehen, was mit dem Präsidenten ist." Mayer-Vorfelder muss sich auf Kritik von zwei Seiten einstellen: der Verbandsbasis, angeführt von DFB-Vize Engelbert Nelle, der öffentlich Schatzmeister Theo Zwanziger als Nachfolger Mayer-Vorfelders in Spiel bringt. Und von der Bundesliga, vertreten durch Ligachef Werner Hackmann, die sich bei der Trainersuche übergangen fühlt. "Wir sollten uns am Montag überraschen lassen", sagt Hackmann auf Nachfrage. Nach Rückhalt für den Präsidenten klingt das nicht.

Nach Ansicht von Insidern wird viel davon abhängen, ob Mayer-Vorfelder Fehler einräumt und eine Beschneidung seiner Kompetenzen zulässt. Viele Funktionäre fordern, der Präsident solle seinen eigenmächtigen Referenten Jan Lengerke zurückziehen. Doch dazu ist der nicht bereit. "Ich habe noch nie ein Bauernopfer gebracht, um meinen Kopf zu retten", beharrt Mayer-Vorfelder. Sollte er uneinsichtig bleiben, dürfte das seine Kritiker noch mehr herausfordern.

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