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Die Party geht weiter

Fast zu schön um wahr zu sein! So muss man wohl die Ereignisse der letzten Tage titulieren. Gute Quartalsergebnisse, die unerwartete Zinssenkung und eine Menge Kapital, das wartet, investiert zu werden. Der technologielastige Nasdaq Index konnte am Donnertag zum achten Mal in zehn Handelstagen mit Punktgewinnen schließen. Und selbst der Dow Jones Index schaffte es, aus der morgendlichen Lethargie in die Gewinnzone zu drehen.

Anleger freuen sich zurzeit über das freundliche Marktumfeld. Gewinnwarnungen wie bei Cisco lassen den Aktienmarkt kalt. Die eine oder andere Meldung deutet sogar auf ein nahendes Ende der Umsatzeinbrüche in der Hightech-Branche hin. Angefacht durch steigende Produktionszahlen in der Automobilindustrie konnten die jüngsten Daten zur Industrieproduktion erstmals seit sechs Monaten wieder zulegen. In der New Economy haben Micron Technology und Intel von mittlerweile normalisierten Lagerbeständen in der PC-Branche berichtet. Intel sprach sogar von einer Erholung des Umfelds im zweiten Halbjahr. Selbst die Notenbank merkte im Zuge der Zinssenkung an, dass der Abbau exzessiver Lagerbestände weit fortgeschritten sei. In den sieben Zinssenkungsphasen seit 1974 konnte der S&P 500 Index in den folgenden sechs Monaten durchschnittlich 16,9 Prozent zulegen.

Zu den größten Gewinnern gehörten am Donnerstag die Aktien von Xerox und Siebel Systems. Xerox konnte fast 40 Prozent an Wert zulegen, nachdem der Druckerhersteller für das erste Quartal einen Verlust von zwölf Cents pro Aktie gemeldet hatte. Analysten hatten mit einer wesentlich höheren Fehlsumme gerechnet. Unterstützende Kommentare von Brokerhaus Salomon Smith Barney feuerten die Aktie an. Die Analysten stuften die Aktie von "neutral" auf "outperform" auf.

Auch bei Siebel Systems knallten die Champagner Korken. Der Softwareanbieter konnte den Gewinn im ersten Quartal mehr als verdoppeln und schlug die Analystenerwartungen um einen Cent. Auch in diesem Fall unterstützten positive Expertenmeinungen die Aktie. Kollege Oracle legte ebenfalls an Wert zu. Die Analysten Morgan Stanley stuften die Aktie von "neutral" auf "outperform".

Auch EMC freute sich, die Früchte der vergangenen drei Monate zu ernten. Der weltgrößte Anbieter von Speicherlösungen konnte die Erwartungen der Analysten mit einem Gewinn von 18 Cents pro Aktie erfüllen.

In Feststimmung präsentierte sich auch der Computersektor. IBM und Apple profitierten am Donnerstag vom guten Ergebnis des vergangenen Quartals. Apple konnte die Gewinnerwartungen der Analysten mit einem Überschuss von elf Cents sogar um zehn Cents übertreffen. Dell und Compaq Computer legten ebenfalls an Wert zu.

Doch der guten Nachrichten sei noch kein Abbruch. Advanced Micro Devices überbot die Konsensschätzungen mit einem Gewinn von 37 Cents um vier Cents pro Aktie.

Zu den ungeliebten Kindern zählten am Donnerstag die Energietitel. Bei dem Boom auf dem Technologiesektor fehlte das Interesse. Exxon Mobil, Texaco und Duke Energy büßten an Wert ein.

Den Aktien der Brokerfirmen erging es ähnlich. Sie notierten in der Verlustzone, nachdem UBS Warburg die Einstufungen für den Sektor von "kaufen" auf "halten" reduzierte. Die Papiere von Goldman Sachs, Lehman Brothers, Merrill Lynch und Morgan Stanley Dean Witter konnten in kürzester Zeit über zwanzig Prozent zulegen, ohne dass sich die Fundamentaldaten geändert hätten und seien damit überbewertet, so die Analysten. Der Anstieg sei in diesem Tempo nicht gerechtfertigt gewesen. Alle Werte schlossen in der Verlustzone.

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