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Die Paten der New Economy

Immer mehr Manager der Old Economy engagieren sich in der neuen Wirtschaftwelt. Als Mitglieder im Aufsichtrat ist ihre Management-Erfahrung bei den Startups gefragt. Nicht zuletzt von den Wagniskapitalgebern, die sich gerne die Option ausbedingen, die Sitze im Aufsichtrats mit den alten Hasen zu besetzten. I

Der scheidende BDI-Präsident Hans-Olaf Henkel tut es, Ex-Bertelsmann-Chef Mark Wössner tut es auch. Beide Manager haben einen Sitz im Aufsitzrat eines Internet-Startups übernommen, stehen den jungen Unternehmen mit Rat und Tat zur Seite. Henkel der Kölner Econia.com, einer E-Commerce-Plattform für öffentliche Institutionen, Wössner der Münchner Online-Kommunikationsbörse E-Circle.

Ein Modell, das Schule macht. Jüngst hat sich auch die in Düsseldorf und London tätige Optimad.com, eine Business-to-business-Plattform für die Vermittlung von Werbezeiten- und-plätzen die Unterstützung eines erfahrenen Managers gesichert. Seit diesem Monat sitzt Willi Schalk, zuletzt Chairman und Chief Executive Officer der Werbeagentur McCann Deutschland, -Erickson im Aufsichtrat des Internet-Startups. Als Business Angel, der auch ein paar Anteile an Optimad.com hält, fliegt er derzeit alle paar Wochen aus Florida ein, wo der 60jährige gerne das Winterhalbjahr verbringt.

In der Werbebranche ist Schalk ein bekannter Kopf. 20 Jahre lang hat er für die führende Werbeagentur BBDO gearbeitet, führte die weltweite Gruppe ein Jahrzehnt lang als President und Chief Operating Officer aus New York. Weitere Stationen waren die DuMont Schauberg Verlagsgruppe und eine Stippvisite im Vorstand des Axel Springer Verlages, bevor er wieder auf die Agenturseite zu McCann wechselte.

Kein Wunder also, dass er für die Wagniskapitalgeber von Otimad.com ein gefragter Kandidat für den Aufsichtsratposten der Firma war. Denn 3i und CEA, die Optimad.com mit 16 Mill. DM unterstützten, hatten sich das Recht ausbedungen, bei der Besetzung des Aufsichtsrats mitzubestimmen.

Businesspläne alleine überzeugen in den schwierigen Zeiten der New Economy eben nicht mehr, Erfahrung und Know-how sind gefragt und das bieten eben die Manager der Old Economy. Schalk weiß, wie das internationale Werbebusiness läuft und kann dem Start-up wichtige Türen zu potentiellen Kunden öffnen. Der ehemalige Agenturmanager hat bei Optimad.com übigens sein siebtes Aufsichtsratmandat angenommen. Auch bei der Freizeitauskunft Vivity, Düsseldorf, dem Medientechnologieunternehmen United Screen, München, und der Content Network AG in Frankfurt, die aus der ehemaligen Sponsoring- und Eventagentur Schmidt & Kaiser hervorgegangen ist, ist er engagiert.

Allerdings hat seine Arbeit für Optimad.com die größte Nähe zu seinen früheren Tätigkeiten. Schalk findet die Geschäftidee, als neutraler Partner der Medienbranche den Handel mit Werbeplätzen in klassischen und neuen Medien zu vereinfachen, überzeugend - gerade mit Blick auf die sehr fragmentierten Medienmärkte der regionale Tageszeitungen, Lokal- und Regionalradios und der Außenwerbung. Muss der Mediaplaner für seinen Kunden bislang noch mühsam bei allen einzelnen Anbietern Informationen einholen, will Optimad.com die Informationen auf seiner Plattform bündeln und dann auch die Buchung ermöglichen. Bis Ende des ersten Quartal 2001 sollen die Tageszeitungen und auch die Außenwerbemöglichkeiten weitgehend auf der Plattform installiert sein. Im weiteren Verlauf des Jahres sollen Radio, TV und auch Publikumszeitungen hinzukommen. Online-Buchungssysteme werden eine der großen Herausforderungen sein, der sich die Werbebranche stellen muss, ist sich Schalk sicher. Im übrigen aber sieht er sein Engagement für die New Economy ganz praktisch: "Mit den jungen Leuten zusammenzuarbeiten hält frisch im Kopf und außerdem strukturiert es meine Zeit."

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