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Die Positionen von Gerhard Schröder

KOALITIONEN: Sein Favorit sei Rot-Grün, doch bis auf eine Koalition mit der PDS oder eine zwingende Kanzlerwahl mit ihrer Hilfe sei prinzipiell alles möglich. Der Kanzler sei bereit zu einer großen Koalition - rein theoretisch, wie er sagte.

AUSSENPOLITIK: Die Irak-Frage schädige nicht dauerhaft das Verhältnis zu den USA. Er habe auch keine Kraftprobe gesucht, wenngleich es offenkundig Meinungsverschiedenheiten gebe. Eine Gefahr für die Freundschaft sei es aber nicht - wenn man als Freund einer Position nicht zustimme, müsse man dies ebenso austragen wie aushalten, zumal dann, wenn es um existenzielle Themen wie Krieg und Frieden gehe. Der Kampf gegen den Terror sei nur zu gewinnen, wenn die Allianz halte, und zu der gehörten auch gemäßigte arabische Staaten. Sie könnten abspringen, sollte es zu einem Krieg kommen. Ein Deutschland unter Schröder würde sich auch nach Uno-Beschlüssen nicht an einem Kriegseinsatz beteiligen, versprach er.

INNERE SICHERHEIT: Er könne die aktuellen Fälle - die Festnahmen in Heidelberg und Ermittlungen in Hamburg - noch nicht im Detail beurteilen. Ausweisungen sollten aber erst möglich sei, wenn Tatsachen einen Verdacht belegen. Reine Gerüchte dürften in einem Rechtsstaat nicht genügen, um Menschen auszuweisen. Vom Jahreswechsel an soll Biometrie in Visa für Einreisende aus Problemländern verwendet werden.

WIRTSCHAFT: Der Reformstau sei aufgelöst worden, auch wenn noch wichtige Dinge zu unternehmen seien. Dies könne Rot-Grün leisten, was seit 1998 belegt worden sei. Der Kanzler stellte das Thema Emanzipation heraus: Es müsse mehr Frauen in Führungspositionen geben. Zudem prangerte er die "Kleinstaaterei" beim Thema Bildung an: Hier müssten die - für Bildung vorwiegend zuständigen - Länder einiger sein oder Einfluss abgeben. Der Kanzler bilanzierte Erfolge bei der Rentenreform. Parallel sei es wichtig, weiterhin die Balance zwischen den Interessen des Kapitals und denen freier, selbstbewusster Arbeitnehmer zu wahren.

ARBEITSMARKT: Die Rezepte der Union hätten ihre Untauglichkeit bereits bewiesen - in Bayern etwa steige die Arbeitslosigkeit derzeit dreimal schneller als in anderen Bundesländern. Zudem verwies Schröder auf eine "vorzügliche" Leistung von Arbeitsminister Walter Riester - er solle im Amt bleiben. Wer - wie unter Kohl - fast 5 Mill. Arbeitslose zu verantworten habe, sei ein schlechter Ratgeber.

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