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Die Prüfer

Wie können Wirtschaftsprüfer aus dem Kreislauf der Skandale ausbrechen? Ex-SEC-Chef Levitt meint: Indem sie die Aktionäre in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen. Recht hat er.

Wie geht es weiter mit dem Stand der Wirtschaftsprüfer? Diese Frage treibt die führenden Köpfe der großen Prüfungsgesellschaften seit Jahren um. Nicht nur übrigens, weil sie sich immer wieder mit den Schockwellen von Skandalen bei Unternehmen auseinander setzen müssen, die sie geprüft haben - sondern auch, weil sie ihre Arbeit in einem schwierigen Spannungsfeld qualitativ verbessern wollen. Zuletzt ist die Diskussion über die Zukunft des Standes zumindest in den USA überdeckt worden von jener über die Zukunft der obersten Wertpapieraufsicht SEC. Für die Wirtschaftsprüfer bedeutet das aber nur: Aufgehoben ist nicht aufgeschoben.

Für die Wirtschaftsprüfer stellt sich das Dilemma, in dem sie stecken, so dar: Sie sind mit einer quasi-öffentlichen Aufgabe betraut - mit der Prüfung von Bilanzen. Doch diese Aufgabe ist privatrechtlich organisiert. Wie also sollen die Prüfer jene Manager im Zweifel kritisieren oder korrigieren, die den Auftrag zur Prüfung geben? Arthur Levitt, ehemaliger SEC-Chef, hat jetzt in einem wegweisenden Vortrag einen möglichen Ausweg beschrieben.

Wirtschaftsprüfer müssten die Investoren, sprich die Aktionäre oder Eigentümer, in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen. Daraus leitet sich ab, dass die Prüfer das Bilanz-Regelwerk zusammen mit den Aufsichtsbehörden überarbeiten. Dabei müsse der Grundsatz gelten, dass sich die betriebswirtschaftliche Realität in der Bilanz auch widerspiegelt - was etwa im Falle Enrons nicht geschah. Levitt fordert die Prüfer dazu auf, sich zum Mittelpunkt der Corporate Governance-Bewegung zu machen.

All dies sind mutige Vorschläge, die schwierig umzusetzen sind. Aber für den Stand der Wirtschaftsprüfer scheint es ein gangbarer Weg zu sein.

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