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Die Qual des Schreibers

Schreiben ist der Beruf von Journalisten. Und wer ein wenig dabei ist, dem fällt das leicht. Sollte man meinen. Ist aber falsch. Gestern war wieder so ein Tag. Einer, an dem nichts gelingen will und ich am liebsten den Laptop an die Wand werfen würde.

Schreiben ist der Beruf von Journalisten. Und wer ein wenig dabei ist, dem fällt das leicht. Sollte man meinen. Ist aber falsch.

Gestern war wieder so ein Tag. Einer, an dem nichts gelingen will und ich am liebsten den Laptop an die Wand werfen würde. Weil jeder Satz, den ich tippe, mir vorkommt wie ein Schüleraufsatz aus der 3. Klasse. Und das bei einem Thema, das dankenswert ist, das toll ist, wo ein richtig gutes Stück rauskommen müsste. Eine Gelegenheit, um in die Harfe zu greifen.

Doch es geht - nichts.

Ich tippe einen Satz. Stehe auf und hole mir einen Kaffee. Tippe noch einen Satz und lösche ihn wieder. Gucke mal in mein Weblog. Lese, was ich gerade geschrieben habe. Lösche es. Fange von vorne an. Noch nen Kaffee. Post holen. Noch ein Satz...

Es gibt zwei Arten von Journalisten. Die einen tun sich sehr leicht mit dem Schreiben (und normalerweise zähle ich mich zu dieser Gruppe). Die andere quält sich, jedes Wort ist eine Herausforderung, jeder Satz eine Tortur.

Oft ist ihnen das anzusehen. Einer unserer Korrespondenten reißt sich, kommt er von einem Termin, gern noch im Flur das Hemd aus der Hose und wirft die Krawatte auf den nächstgelegenen Stuhl. Nach 20 Minuten Schreiben sieht er aus, als hätte er die Nacht durchgemacht.

Mein Lehr-Herr Ferdinand Simoneit erzählte auch gern von einem Kollegen beim "Spiegel", der seine Büronachbarn damit nervte, dass er nach fast jedem vollendeten Satz vorbeischaute und versicherte: "Es läuft. Es läuft...".

Gestern war für mich einer der Tage, an denen es nicht lief. Aber schön, dass ich nicht der einzige war...

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