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Die Sammelklage im amerikanischen Rechtssystem

Die Sammelklage (class action) ist eine Besonderheit des amerikanischen Rechts. Dabei kann eine Gruppe von Menschen, die sich in einer bestimmten Angelegenheit für anspruchsberechtigt hält, anstelle von zahlreichen Einzelklagen gemeinsam Klage einreichen.

dpa BERLIN. Dieses Rechtsinstrument wurde 1966 bei der Reform der Zivilprozessordnung in den USA eingeführt. Bei den meisten Sammelklagen kommt es nicht zu einem Urteil, weil sich die Parteien vorher auf einen Vergleich einigen. Dabei haben die Richter jedoch ein Wort mitzureden, auch wenn alle Beteiligten mit einer Einstellung einverstanden sind. Die Sammelklage ist in den USA ein beliebtes Rechtsinstrument und wird vielfach in großen Verbraucher- oder Umweltschutzfällen angewandt.

Bei den Sammelklagen werden oft sehr hohe Schadensersatzansprüche anerkannt. In dem Verfahren jüdischer Holocaust-Überlebender mussten Schweizer Banken 2,1 Mrd. DM bezahlen. Im März 1998 reichte der New Yorker Anwalt Melvyn Weiss die erste Sammelklage gegen Ford ein, weil Ford in Köln Zwangsarbeiter beschäftigt hat. Wenig später folgten Sammelklagen gegen Volkswagen, BMW, Daimler-Benz und andere.

Die New Yorker Sammelklage richtet sich gegen "Deutsche Bank and Dresdner Bank at all". Das schließt auch andere Großbanken wie etwa die Hypo-Vereinsbank und die Commerzbank ein. Die Kläger haben sich nach Angaben des Münchner Anwalts Michael Witti geeinigt, Vermögensansprüche von einer Milliarde Mark einzuklagen, obwohl der eigentliche Schaden deutlich höher liege.

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