Die sechs Entlassungen waren die erste Reaktion Putins auf kollektiven Rücktritt
Putin entließ sechs führende Generäle

dpa MOSKAU. Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Montag sechs führende Generäle des Verteidigungsministeriums entlassen. Prominentestes Opfer der "Säuberung in der Armee", wie die Internetzeitung "Gazeta.ru" es nannte, wurde der Leiter der Rüstungsabteilung, Generaloberst Anatoli Sitnow. Der General hatte in einem Zeitungs-Interview kritisiert, dass die russische Armee bis 2015 völlig veralten werde, falls der Staat nicht mehr Geld für neue Waffen ausgebe.

Zwei der vier Generäle mussten aus Altersgründen ausscheiden, meldete die Agentur Interfax. Dazu gehörte auch der Kommandeur der Truppen zur Abwehr atomarer, biologischer und chemischer Angriffe, Generaloberst Stanislaw Petrow. Er hatte erst vor drei Tagen eingestehen müssen, dass das Programm zur Vernichtung chemischer Kampfstoffe weit hinter dem Plan hinterher hinke.

Die Spitze des Verteidigungsministeriums und die Kommandeure der Teilstreitkräfte hatten nach dem Amtsantritt Putins im Mai ihren Rücktritt eingereicht, um dem neuen Oberkommandierenden freie Hand bei der Besetzung der Militärführung zu geben. Seitdem übten sie ihre Posten kommissarisch aus. Die sechs Entlassungen waren die erste Reaktion Putins auf den kollektiven Rücktritt.

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