Die Silicon Valley Kolumne
Mein Unternehmen als Softwarehaus

Die Geschäftssysteme von Technologie- und Dienstleistungsunternehmen werden zunehmend von Software bestimmt. Diese Umwälzung scheint sich im toten Winkel der Management- und Führungsgremien abzuspielen und trifft daher viele Unternehmen unvorbereitet.

Ein typischer Manager assoziiert Software mit Microsoftprodukten oder mit Unternehmenssystemen à la SAP. Diese verlangen von ihm periodisch lästige Investitionsentscheidungen und verursachen gelegentlich auch einen Virenschreck, nur um in der Folge wieder aus seinem Bewusstsein verdrängt werden zu können. Kaum etwas läge ihm ferner als der Gedanke, seine eigene Firma könne in einem kontinuierlichen Übergang zu einem Softwarehaus stehen.

Und doch ist dies bei vielen Unternehmen der Fall.

Warum Software?

Bei allen Technologieunternehmen der Welt lässt sich nach der Verschiebung von der Mechanik hin zur Elektrotechnik/Elektronik heute ein zunehmender Softwareanteil feststellen. Das liegt einerseits daran, dass ?Hardware? durch die beispiellosen Leistungssteigerungen bei Chips in vielen Bereichen weginflationiert. Auf anderen Gebieten erlaubt nur die informationsgesteuerte Navigation einer komplexen Umwelt zusätzliche Leistungssteigerungen. Ob man nun Computer, Telekommunikationsgeräte, Maschinen, Medizintechnik, Flugzeuge oder Autos herstellt, überall ist dieser Trend zu beobachten. Kein Wunder also, dass ein Konzern wie Siemens heute mehr Softwareingenieure beschäftigt als Microsoft. Mit der erfolgreichen Dechiffrierung vieler Genome und der explosionsartig wachsenden Information in biotechnischen Datenbanken setzt sich diese Entwicklung auch in die Pharmaindustrie hinein fort.

Das gleiche gilt für moderne Dienstleistungsunternehmen. Der Produktivitäts- und Innovationsdruck verlangt eine zunehmende Automatisierung der Services, welche nur durch Codierung in Software erreichbar ist. Viele Finanzdienstleister, ob Börsen, Banken oder Versicherungen, können etwas überspitzt auf ?Relationship Management und Software? reduziert werden. Telecoms sind in der Leistungserbringung und-abrechnung zunehmend softwaregetrieben, ein Trend, der sich mit Voice-over-IP noch verstärken wird. IT-Dienstleister halten ihre Profitabilität durch wieder verwendbares Know How in Form von Software. Für die Wartungs-, Upgrade- und Betreibergeschäfte der meisten Technologieunternehmen ist die Softwarestruktur der Produkte entscheidend. Auch Logistikdienstleister aller Art differenzieren sich wesentlich durch Software.

Die Verschiebung der Wertschöpfung in Richtung Software bedeutet nicht, dass die Unternehmensleistung künftig als reines Softwareprodukt verkauft wird oder werden sollte. Trotzdem lohnt es sich, kurz die Eigenheiten des puren Softwaregeschäfts zu betrachten.

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