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Die Sorgenfalten der Bankaufseher

Trotz Krise haben Investmentbanken 2003 so gut verdient wie lange nicht mehr. Das bedeutet nicht, dass die Zeiten der Risiken für die Branche vorbei wären. Im Gegenteil.

Sie sind wieder da: Investmentbanker, ihre Gewinne, ihre Boni. Weder Krisen an den Kapitalmärkten, noch der Krieg am Golf haben den Fluss der Gewinne schmälern können. Rund 22 Milliarden Dollar haben die Investmentbanken allein an Wall Street eingenommen - dreimal so viel wie 2002. Sind die guten Zeiten wieder da? Vermutlich, doch gleichwohl drängen sich ein paar Anmerkungen zu den Ergebnissen der Branche auf. Die Banken haben auf die Krise in ihrem Geschäft schnell reagiert. Sie haben die Kosten gedrückt, Mitarbeiter entlassen. Und sie haben von fallenden Zinsen und der damit einhergehenden Hausse am Bondmarkt profitiert. Diese Faktoren erklären zum Teil, warum die Investmentbanken-Branche trotz schwieriger Marktverhältnisse so gut abgeschnitten hat. Die andere Erklärung: Eigenhandel. Die Banken nicht nur an Wall Street haben die Geschäfte auf eigene Rechnung - und damit auch auf eigenes Risiko - 2003 zum Teil deutlich ausgeweitet.

Sehen wir da Sorgenfalten in den Gesichtern der Bankenaufseher? Im Vergleich zu der Zeit des letzten Eigenhandels-Booms in den 90er Jahren haben sich die Systeme der Banken im Risiko-Management deutlich verbessert. Das sollte helfen, dass sich Desaster wie Ende der 90er Jahre nicht wiederholen. Doch Systeme können Entscheidungen des Managementes vorbereiten und unterstützen - ersetzen können sie sie nicht. Es kommt also trotz der besseren Systeme darauf an, dass sich die Banken nicht von den vorgeblich unendlichen Chancen im Eigenhandel blenden lässt - ganz so, wie es in den 90er Jahren geschah. Es gilt immer noch die alte Bankiers-Regel: Gebühren-Einnahmen sind besser, weil sicherer als Handelsgewinne.

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