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Die spektakulärsten Pleiten der letzten Jahre

Spektakuläre Pleiten und Zusammenbrüche großer deutscher Unternehmen haben im vergangenen Jahrzehnt für Schlagzeilen gesorgt. Eine Auswahl der wichtigsten Fälle.

1993: Die Klöckner-Werke AG in Duisburg geht in Konkurs. Die 2 500 Gläubiger müssen auf eine Summe von 1,46 Mrd. DM (750 Mill. Euro) verzichten.

1994: Nach dem Abtauchen des Immobilienkaufmanns Jürgen Schneider melden Gläubiger in der bislang spektakulärsten deutschen Baupleite Forderungen von 6,7 Mrd. DM an. Schneider wird in den USA aufgespürt und 1997 wegen schweren Betrugs und Kreditbetrugs zu sechs Jahren und neun Monaten Haft verurteilt.

1994: Der Sportbodenhersteller Balsam AG beantragt im Juni Konkurs. Mit Finanzmanipulationen soll ein Gesamtschaden von mindestens 1,3 Mrd.DM angerichtet worden sein. Firmenchef Friedel Balsam und sein Finanzchef Klaus Schlienkamp werden neben anderen Beteiligten wegen Betrugs zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt.

1996: Der Bremer Vulkan geht als größter deutscher Werftenverbund im Mai in Konkurs. Der Konzern hatte mindestens 850 Mill. DM für seine Töchter in Ostdeutschland zweckentfremdet, um Finanzlöcher zu stopfen. Der im Herbst 1995 zurückgetretene Vorstandschef Friedrich Hennemann und zwei weitere Manager werden wegen Untreue zu Bewährungsstrafen verurteilt.

2000: Bei der Ettlinger FlowTex Technologie GmbH & Co. KG für Bohrsysteme wird im April Insolvenzverfahren eröffnet. Die Hauptgesellschafter Manfred Schmider und Klaus Kleiser werden im Dezember 2001 wegen Betrugs zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Beide hatten mindestens 80 Banken und Leasinggesellschaften mit Scheingeschäften um rund 2 Mrd. Euro betrogen - der bisher größte Wirtschaftsbetrug in der Geschichte der Bundesrepublik.

2002: Gut zwei Jahre nach einer von Bundeskanzler Gerhard Schröder eingefädelten Rettungsaktion für den Frankfurter Baukonzern Philipp Holzmann wird im März das Insolvenzverfahren beantragt. Auch ein Sanierungspaket von 4,3 Mrd. DM (2,2 Mrd. Euro) und eine Radikalkur hatten den Bauriesen nicht wieder auf die Beine gebracht.

2002: Der Regionalflugzeughersteller Fairchild Dornier stellt im April Insolvenzantrag. Die Firmenleitung hatte nicht rechtzeitig einen finanzstarken Partner gefunden. Rund 3 600 Beschäftigte in Deutschland müssen um ihre Arbeitsplätze bangen.

2002: Insolvenz meldet kurz nach Ostern auch der größte deutsche Papier- und Bürowarenhersteller Herlitz nach einem Verlust von 51,5 Mill. Euro im Jahr 2001 an. Rund 3000 Arbeitsplätze, davon 1900 in Deutschland, stehen auf dem Spiel.

2002: Die Kirch-Gruppe stellt Insolvenzantrag für ihr Kerngeschäft. Gemessen am Schuldenstand von 6,5 Mrd. Euro handelt es sich um die größte Firmenpleite in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Kirch stellt den Insolvenzantrag für die Kirch-Media, zu der unter anderem der TV-Konzern ProSiebenSAT.1 und der Filmrechtehandel gehören. Außerdem gehören dazu die Übertragungsrechte an der Fußball- Bundesliga. Die Kirch-Media beschäftigt 5 500 Frauen und Männer, in der gesamten Kirch-Gruppe sind es knapp 10 000 Beschäftigte.

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