Die Spieler des FC Bayern München kämpfen beim 1:3 in Stuttgart nicht mehr für Trainer Ottmar Hitzfeld
Die Gefolgschaft verweigert

Die mitfühlenden Aussagen kamen spät an diesem Abend. Zu spät. In der erbarmungslosen Welt des Profifußballs zählen nur Ergebnisse - und die sprachen zuletzt gegen Bayern Münchens Trainer Ottmar Hitzfeld.

STUTTGART. Sechs Jahre voller Erfolge und viele Lobeshymnen auf einen der erfolgreichsten Trainer der Bundesliga wirkten nur noch wie blasse Erinnerungen. Es klang wie die Selbstanklage einer Mannschaft, die ihren Trainer schmählich im Stich gelassen hatte, als Michael Ballack und Oliver Kahn nach dem 1:3 beim VfB Stuttgart (Tore durch Szabics/2, Kuranyi und Pizarro) peinlich berührt in den Zeugenstand traten. "Ich finde es traurig, was hier abläuft", sagte Oliver Kahn. "Es ist mir unerklärlich, wie wir uns haben abschlachten lassen. Das hat Hitzfeld nicht verdient. Die meisten haben lange mit ihm zusammen gearbeitet und haben ihm viel zu verdanken", sagte Ballack.

Die Geständnisse seiner Spieler werden Hitzfeld wohl nicht mehr helfen. "Der Trainer ist die ärmste Sau", sagte Kahn, "er muss den Kopf hinhalten für das, was wir abgeliefert haben." Hitzfeld wird gehen müssen, obwohl er im unwürdigen Spiel der Einzige war, der Größe und Stil wahrte. Die niederschmetternden Urteile von Präsident Franz Beckenbauer ("Wir warten auf Magaths Entscheidung") versteckte er hinter einer Maske aus Disziplin und Würde. "Ich werde meinen Vertrag erfüllen", sagte er tapfer. Der Vertrag läuft bis 2005, doch er ist wohl nichts mehr wert. Auch Hitzfeld wusste, dass durch Bayerns Heimniederlage gegen Bremen vor einer Woche sein möglicher Nachfolger Felix Magath deutlich gepunktet hatte. Aus der Schweiz, wo Hitzfeld jahrelang Trainer war, wird berichtet, er wolle ein Jahr Pause machen, um dann im Hinblick auf die EM 2008 Nationaltrainer der gastgebenden Schweizer zu werden.

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