"Die spinnen, die Römer"
Ital.Fußball: Clubs werfen mit Millionen um sich

dpa ROM. "Die spinnen, die Römer", war sich Komik-Held Asterix schon immer sicher. Mittlerweile pflichten ihm immer mehr Fußball- Experten bei, die die gigantischen Ablösesummen und Rekord-Gehälter in Italien für "glatten Wahnsinn" halten. Vor allem die römischen Top-Clubs Lazio und AS Rom überbieten sich derzeit gegenseitig. Lazio blätterte für den argentinischen Stürmer Hernan Crespo die Rekord- Ablöse von 110 Mill. DM auf den Tisch und Lokalrivale AS Rom macht dessen Landsmann Gabriel Batistuta mit zwölf Mill. DM Netto-Jahresgehalt zum bestverdienenden Fußballer der Serie A.

Spielertransfers unter 40 Mill. DM locken keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor. Dass Lazio am Mittwoch die Verpflichtung des Niederländers Boudewijn Zenden für 23 Mill. DM vermelden konnte, reicht in Italien nicht mal mehr für eine dicke Schlagzeile. Die 4,1 Mill. Netto-Jahresgehalt bis 2004 für Zenden werden notiert, damit der Statistik genüge getan ist. Aber was ist das schon? Lazio-Chef Sergio Cragnotti hat schließlich in den letzten Wochen schon 200 Mill. DM unter das Fußballervolk geworfen. 110 Mill. für Crespo, jeweils 25 für Torwart Angelo Peruzzi und den Argentinier Claudio Lopez sowie 40 Mill. für die italienischen EM-Entdeckungen Stefano Fiore und Giuliano Gianichedda. Die wechseln zwar erst in einem Jahr von Udine in die Ewige Stadt, doch Cragnotti sorgt vor, schließlich will er sich eines Tages seinen großen Traum erfüllen: "Ich mache Lazio zur Nummer eins in der Welt."

Lazio-Trainer Sven Göran Eriksson ist mit der Millionen-Truppe zum Siegen verdammt. Selbst der sonst so zurückhaltende Schwede spricht von einem "Dream Team". Der Meister festigt seine Macht - und die einst dominierende Konkurrenz aus Mailand und Turin schaut halb bewundernd, halb zitternd zu. Rekordmeister Juventus Turin, der in der abgelaufenen Saison am letzten Spieltag noch von Lazio abgefangen wurde, setzt auf junge Spieler. Auf der Transferliste erscheint neben Frankreichs Welt- und Europameister David Trezeguet kein Knüller.

Auch in Mailand blieb es bislang erstaunlich ruhig. Inter, das in den letzten Jahren noch mit den Rekordtransfers von Ronaldo und Christian Vieri für Schlagzeilen gesorgt hatte, rührt sich nicht. Und auch dem Lokalrivalen AC Mailand ist noch kein ganz großer Wurf gelungen. Noch nicht. "Milan" arbeitet aber fieberhaft an einer spektakulären Neuverpflichtung. Der allmächtige Clubchef Silvio Berlusconi, der mit seiner genauso heftigen wie ungerechtfertigten Kritik handstreichartig Nationaltrainer Dino Zoff stürzte, sagt: "Wir holen einen der fünf besten Fußballer der Welt nach Mailand".

Seine Mitarbeiter schwirrten aus und boten für Rivaldo, Figo und Co., was die gut gefüllte Club-Kasse so hergibt. Lieblingsobjekt der Mailänder Begierde aber ist David Beckham. Manchester United erhöhte dessen Jahresgehalt vorsichtshalber auf drei Mill. DM, woraufhin "Milan" verdoppelte und sechs Mill. bot. Englische Medien berichteten von einer 105 Millionen-Mark-Offerte für den "Flankengott", der den deutschen Nationalelf-Kapitän Oliver Bierhoff endlich wieder mit verwertbaren Kopfballvorlagen füttern könnte.

"ManU" hat seinen nicht unumstrittenen Star für unverkäuflich erklärt, was man in Italien allerdings nur für Vertragspoker hält. "Beckham hat schon ,Ja' zum Wechsel gesagt", berichtete "La Gazzetta dello Sport" am Mittwoch. Die Italiener bieten mehr Geld für David und mehr "dolce vita" für seine schillernde Ehefrau Victoria Adams. "Posh Spice" sei die von Neid getriebenen Attacken gegen ihren Mann in der Arbeiterstadt Manchester leid. Das Paar würde besser in die Mode-Metropole Mailand passen, sind sich Italiens Gazetten einig. Und Clubchef Berlusconi soll in seinem Fernsehimperium bereits an einer gut dotierten Show für Victoria basteln.

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