Die Spur der Terroristen
Kommentar: Bin Ladens Netz reicht bis zu uns

Sie lebten mitten unter uns, zu allem entschlossen, unerkannt und unbehelligt. Mindestens zwei Selbstmordattentäter, die am Dienstag gemeinsam mit ihren fanatischen Gesinnungsgenossen das World Trade Center in Manhattan in Schutt und Asche legten, hielten sich über lange Zeit in Deutschland auf. Vermutlich diente ihnen Hamburg sogar als Operationsbasis für die Vorbereitung ihrer Mordaktion.

HB DÜSSELDORF. Das internationale Terrornetz Osama bin Ladens reicht offenbar, davon müssen wir seit gestern ausgehen, bis mitten in unsere eigenen Städte. Damit bekommt unsere Haltung zu der Katastrophe in Amerika eine neue Dimension: Neben Betroffenheit und Solidarität mit den Amerikanern tritt nun für uns Deutsche auch direkte Mitverantwortung für die Aufklärung des schrecklichen Verbrechens und die Verhinderung weiterer Anschläge.

Die deutschen Sicherheitsbehörden haben nach ersten Hinweisen des amerikanischen FBI schnell und professionell reagiert. Das Bundeskriminalamt ermittelt gegen eine ganze Gruppe von Personen. Möglicherweise existierte spätestens seit Anfang des Jahres in Hamburg eine organisierte Zelle der terroristischen Vereinigung, die Osama bin Laden aus seinem afghanischen Exil heraus aufgebaut hat. Jetzt muss es den deutschen Sicherheitsbehörden zunächst einmal darum gehen, auch die kleinsten Spuren zu verfolgen und mögliche Täter zu verhaften.

Die deutschen Geheimdienste und die Hamburger Sicherheitsbehörden werden sich, wenn die heiße Phase der Ermittlungen vorüber ist, aber auch auf einige kritische Fragen aus den USA gefasst machen müssen. Dass radikal-islamische Gruppen in Deutschland über eine besonders starke Basis verfügen, ist seit langem bekannt. Es gab auch Hinweise auf Verbindungen zu Osama bin Laden. Die deutschen Sicherheitsbehörden werden sich deshalb fragen lassen müssen, ob sie mehr hätten tun können, um den Angriff auf New York zu verhindern.

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