Die stärksten Branchenverluste trafen Automobilwerte
Deutsche Aktien schließen schwach

Erneut sehr schwach und nahe ihren Tiefständen haben die deutschen Aktienmärkte am Dienstag geschlossen. Der Dax gab 1,4 Prozent bzw 83,63 Punkte auf 5.962,93 Punkte ab.

vwd FRANKFURT. Rote Vorzeichen an allen Fronten sowie Rekordumsätze in den meisten Titeln dominierten den Markt. Auf einen Gewinner kamen rund vier Verlierer. Tagesverlierer waren Allianz mit minus vier Prozent. Mit dem Bruch der "psychologisch extrem wichtigen" Unterstützung von 6.000 Punkten sei nun "der Weg beim DAX nach unten offen", sagten Händler. Vor allem von den Terminmärkten wurden Kursziele von bis zu 5.600 Punkten "innerhalb der nächsten Tage" als wahrscheinlich genannt.

Eine Flut aus schlechten Wall-Street-Vorlagen, Konjunkturdaten und Unternehmensmeldungen sorgte nach Angabe von Marktbeobachtern für "Katastrophenstimmung". Die entgegen den Erwartungen ins Minus gedrehten US-Einzelhandelsumsätze, Entlassungsankündigungen von Handy-Hersteller Motorola sowie die Mitteilung von Siemens, Infineon fortan nicht mehr in die eigenen Prognosen einbeziehen zu wollen, forderten ihren Tribut. Verwirrung über die Interpretation der Siemens-Meldung trieben den Titel mit Rekordumsätzen von über einer Milliarde Euro nach unten. Siemens schlossen im Verlauf leicht erholt mit 1,9 Prozent im Minus bei 117,75 Euro, nachdem Analysten die Auswirkungen als "nicht wichtig" eingeordnet hatten. "Die Probleme Infineons und der Halbleiter-Branche waren schon lange bekannt", hieß es dazu. Beruhigend wirkte zudem die Mitteilung, das Umsatzwachstum weiter auf zweistelligem Kurs halten zu können. Epcos und Infineon zeigten sich davon unberührt. Epcos verloren 0,5 Prozent auf 65,81 Euro. Infineon konnten sich sogar um 4,2 Prozent auf 38,27 Euro verbessern, da Händler hier "klammheimliche Käufe" auszumachen glaubten. "Der Titel kann noch bis 42 Euro steigen", hieß es dazu.

Die stärksten Branchenverluste trafen Automobilwerte wegen eines "überraschend starken" Rückgangs der Pkw-Neuzulassungen im Februar von minus 8,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. "Nach dem Einbruch in den USA jetzt auch noch das", kommentierten Beobachter. DaimlerChrysler fielen um 3,9 Prozent auf 52,78 Euro. VWs moderates Plus bei den Nutzfahrzeug-Absätzen für 2000 wurde wegen einem Minus bei den Auslieferungen in den ersten zwei Monaten 2001 ignoriert. VW verloren 3,3 Prozent auf 59,49 Euro. BMW gaben rund 1,5 Prozent auf 37,90 Euro ab.

Starke Kursverluste trafen auch Banken und Versicherungen. Während sich Deutsche Bank mit rund zwei Prozent verbesserten auf 87,03 Euro und von den Vortagsverlusten erholt zeigten, gaben HypoVereinsbank 2,1 Prozent auf 65,20 Euro ab. Die Versicherer wurden dagegen von Verkäufen überrollt. Münchner Rück verloren 3,4 Prozent auf 336,50 Euro, Allianz sogar 4,2 Prozent auf 338,70 Euro. Händler sahen Allianz nach der Ankündigung von Prudential, sich im US-Markt mit der Übernahme von American General besser aufstellen zu wollen, unter Zugzwang stehen: "Die müssen jetzt unbedingt einen US-Versicherer kaufen", hieß es. "Allianz wird dafür ziemlich tief in die Tasche greifen müssen", so ein Händler.

Deutlich zulegen konnte die T-Aktie mit drei Prozent auf 26,08 Euro. Nach dem positiven Votum der Voicestream-Aktionäre seien "eine Menge Befürchtungen ausgeräumt", sagten Händler. Ohne die staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen könnte der Titel noch besser dastehen, hieß es weiter. Schering und andere Pharmawerte wurden vom Markt erneut als typische Fluchtwerte bewertet und konnten sich mit einem Plus von 3,8 Prozent auf 52,55 Euro nach oben retten. Schwarz Pharma gewannen 1,4 Prozent auf 25,20 Euro.

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