"Die Story wird im Markt schon gespielt"
Allianz-US-Listing noch im November möglich

Reuters MÜNCHEN. Die Allianz AG kann einem Zeitungsbericht zufolge auf eine Notierungsaufnahme an der US-Börse NYSE noch im November diesen Jahres hoffen. Wie das Düsseldorfer Handelsblatt am Montag berichtete, will die US-Börsenaufsicht SEC in dieser Woche über ein Listing des Versicherers an der NYSE entscheiden. Wenn die SEC eine Notierung genehmige, könne der Börsengang sehr kurzfristig erfolgen, hieß es. Ein Allianz-Sprecher wollte den Termin nicht kommentieren. "Es ist bekannt, dass die Allianz bis Ende 2001 an die NYSE gehen will. Wenn es früher klappen sollte, wäre das positiv, wir wissen es aber nicht", sagte er. Mit an der NYSE gelisteten Aktien hätte die Allianz Analysten zufolge endlich eine Akquisitionswährung für die Expansion in den USA.

Die Allianz sei seit Monaten in vertraulichen Verhandlungen mit der SEC über ein US-Listing, hieß es im Handelsblatt. In Medienberichten war der 3. November schon vorher als möglicher Termin für einen Allianz-Börsengang genannt worden. Schwierigkeiten bei den Verhandlungen mit der SEC bereiteten vor allem die unterschiedlichen Rechnungslegungsstandards. Die Allianz bilanziert nach den International Accounting Standards (IAS), die an die amerikanische Rechnungslegung US-GAAP angepasst werden muss.

Ein schnelles US-Listing ist den Branchenkennern zufolge für die Allianz ein wichtiger strategischer Schritt. Zum einen steige das Interesse der amerikanischen Anleger an der Allianz-Aktie. Wichtiger sei allerdings, dass die Allianz neben Bargeld eine weitere Einkaufswährung für Zukäufe und Beteiligungen in den USA erhalte. BHF-Bank-Analyst Norbert Barth sagte, die Allianz könne diese Währung dazu benutzen, ihre Position im US-Lebensversicherungsgeschäft und im Fondsgeschäft zu stärken. Allerdings könne die SEC immer noch weitere Bilanzinformationen von der Allianz verlangen. Dann verschiebe sich die Notierungsaufnahme bis zur Mitte des nächsten Jahres, nach der Veröffentlichung der Allianz-Bilanz für das Jahr 2000.

Erst Anfang Oktober hatte die Allianz die Übernahme des US-Vermögensverwalters Nicholas-Applegate für zunächst 980 Mill. $ in bar bekannt gegeben. Damit hat die Allianz eigenen Angaben zufolge ihre Ziele im Bereich Asset Management erst einmal erreicht. An einer Stärkung des Lebensversicherungsgeschäfts in den USA ist der Versicherungsriese aber weiter interessiert.

Große Auswirkungen auf den Kurs der Allianz-Aktie sehen die Analysten jedoch nicht. "Ein US-Listing im November ist keine Riesenüberraschung. Die Story wird im Markt schon gespielt", hieß es bei den Experten der WestLB Panmure in Düsseldorf. Am Dienstag stiegen die Aktien um knapp 1 % auf 397,00 Euro, was aber immer noch deutlich unter dem im April erreichten Jahreshoch von 445 Euro liegt.

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