Die Suche nach dem Kunden von morgen
Sparkassen und Genossen müssen sich verbünden

Sparkassen und Genossen haben im kommenden Jahr genug zu tun, um ihre Verbundstrukturen den neuen Herausforderungen anzupassen. Dabei wird das Ringen um die richtige Mischung aus stärkerer Zentralität und der Eigenverantwortung der Institute für Zündstoff sorgen.

HB FRANKFURT. Besonders gefordert sind die öffentlich-rechtlichen Institute, also Landesbanken und Sparkassen. Denn im Juli fallen die staatlichen Ausfallgarantien weg, die Kommunen sind dann nicht länger rechtlich verpflichtet, ihre Sparkassen zu stützen. Gleichzeitig verteuern sich für alle Mitglieder der Sparkassen-Finanzgruppe die Refinanzierungskosten an den Kapitalmärkten, weil die Bonitätsnoten der Ratingagenturen ohne Staat im Rücken sinken.

Fast alle Landesbanken und ihre Sparkassenverbände reagieren auf die kommende Wettbewerbssituation mit regionalen Verbünden. Am weitesten vorangekommen sind Hessen-Thüringen, Bayern, Baden- Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Über eine planvollere Zusammenarbeit sollen zusätzliche Erträge und Kosteneinsparungen in Milliardenhöhe realisiert werden.

Noch existieren die Vorteile aber nur auf dem Papier. Ratingagenturen wie Standard & Poor?s warten darauf, dass handfeste Erfolge kommen. Sollten diese ausbleiben, werden die Landesbanken auf eine noch verbindlichere Kooperation drängen, während bei den Sparkassen die immerwährende Angst vor Konzernstrukturen geweckt würde.

Unter den Landesbanken ist die Konsolidierung 2004 mit dem Unterkommen der Landesbank Rheinland- Pfalz bei der Landesbank Baden- Württemberg (LBBW) vorangeschritten. Sparkassenpräsident Dietrich Hoppenstedt weiß, dass in Deutschland nicht mehr ausreichend Geschäft vorhanden ist für elf Landesbanken und begrüßt jede Bündelung der Kräfte. Als Nächstes könnten sich 2005 und 2006 NordLB und WestLB annähern.

Ansonsten suchen die Landesbanken händeringend nach neuen Ertragsquellen. Bereiche wie Schiffs- und Flugzeugfinanzierung als Ersatz für das zurückgeschraubte weltweite Kapitalmarktgeschäft sind dauerhaft als Geschäftsmodell kaum belastbar, glauben die Ratinganalysten von Moody?s. Was fehlt, ist das Massenkundengeschäft. Bei der LBBW honorieren die Bonitätsprüfer schon das eigene Filialnetz. Sollte die kapitalschwache Frankfurter Sparkasse eine Tochter der Helaba werden, würde das die Landesbank mittelfristig ebenfalls stärken.

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