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Die Super-Silizium-Chip- und Goldfingerbörse

Es war einer der bisher schwächsten Handelstage in diesem Jahr. Am Nachmittag entschlossen sich die Anleger die Beine hoch zu legen und die nächsten Zinsschritte der US-Notenbank am Mittwoch abzuwarten. Nach einer kurzen Episode im Minus hat sich der Nasdaq - Index schließlich für den grünen Bereich entschieden. Der Dow Jones- Index konnte sich auch zu Handelsschluss nicht in die Gewinnzone retten. Belastend für den Biotechnologiesektor war die Nachricht von Biogen. Der Technologiesektor blieb wegen der Chip- und Hardwareaktien ausbalanciert.

Das Investmenthaus Lehmann Brothers hatte für Biogen keine guten Kommentare parat. Die Testresultate für das neueste Produkt von Biogen, Amevive, enttäuschten. In einer Testreihe mit dem Mittel gegen Schuppenflechte hatte sich nicht die gewünschte Wirkung eingestellt. Lediglich bei 21 Prozent der Patienten konnte eine deutliche Besserung der Haut attestiert werden. Analysten zeigen sich nicht begeistert. Denn das Mittel Xanelim von Konkurrent Genentech hatte bei Versuchen eine bessere Erfolgsquote erzielt. Das Umsatzpotenzial für die Mittel gegen Schuppenflechte beträgt jährlich zwei Milliarden Dollar. Etwa sieben Millionen Amerikaner leiden unter den Symptomen. Investmenthaus Lehman Brothers stufte Biogen von "kaufen" auf "Market Performer" herunter. Das Kursziel wurde von 87 auf 52 Dollar pro Aktie reduziert. Die Meinung der Analysten hinterließ ihre Spuren. Der Biotechsektor geriet unter Druck. Zu den Verlierern zählten neben Biogen auch Amgen und Human Genome Sciences.

Im Hightechsektor sorgten IBM, Compaq und Intel für positiven Wirbel. IBM hat den Turbo eingelegt. Der Chiphersteller sorgte mit der Nachricht für Aufregung, den nach eigenen Angaben "schnellsten Siliziumprozessor der Welt" entwickelt zu haben. Der neue Prozessor erreiche eine Geschwindigkeit von 210 Gigahertz und soll 100 Mal schneller als der Pentium 4 Prozessor sein. Mit dem neuen Prozessor sei der Chiphersteller der Konkurenz um vier Jahre voraus, so die Entwicklungsabteilung. Innerhalb der kommenden zwei Jahre soll der Chip die Datengeschwindigkeit und die Übertragung in der Telekommunikation um das Fünffache erhöhen. Compaq tritt die Flucht nach vorne an. Der weltgrößte PC-Hersteller plant eine massive Umstrukturierung und ändert seine Strategie. Der Konzern wird nicht nur die Sparschrauben anziehen. Compaq will sich auch vom Hardwarebereich lösen und stattdessen die Dienstleistungen ausbauen. Hauptgewinner bei dieser Aktion ist Intel. Denn 2004 wird die gesamte Produktion von Server-Chips für Compaq PCs von Intel übernommen. Doch damit nicht genug: Geschäftsführer Michel Capellas gab auch bekannt, den Servicebereich durch Akquisitionen verstärken zu wollen. Diese Neuigkeiten verleihen sowohl Compaq als auch Intel Flügel. Beide Papiere schlossen im Plus.

Für die Rohstoffe Gold und Kohle war es ein guter Tag. Für die Goldfingerfans unter den Investoren war die Fusionsnachricht von Barrick Gold erfreulich. Die weltweite Nummer Vier unter den Besitzern von Goldminen will Konkurrenten Homestake Mining für 2,3 Milliarden Dollar kaufen. Kann Barrick die australischen und amerikanischen Minen kaufen, wäre die zweitgrößte Goldminengesellschaft geboren. Kohle gehörte auch zu den marktbewegenden Rohstoffen. Kohleförderer Arch Coal konnte im Handelsverlauf zulegen. Das Analystenhaus Lehman Brothers hob das Rating für die Aktie von "kaufen" auf "aggressiv kaufen" an. Nach Meinung der Experten könnte der Kohleförderer von den seit langem stetig steigenden Kohlepreisen profitieren. Zudem sei das Unternehmen ein interessanter Übernahmekandidat für viele größere Minengesellschaften. Dies könnte laut Lehman Brothers in Zukunft für weitere Kursphantasie sorgen.

Vom Boden geht es nun in luftige Höhen. Der Kampf um den Kunden scheint sich in der Luftfahrtindustrie zu verschärfen. Nicht nur Delta will die Tarife für Inlands- und Auslandsflüge im Sommer senken. Auch Northwest und American Airlines ziehen nach. Mit von der Partie ist United Airlines. Die Fluggesellschaft will mit einem 20-prozentigen Preisnachlass Kunden gewinnen. Doch der bittere Nachgeschmack der Meldungen in den vergangenen Tagen in der Luftfahrtindustrie ist geblieben. Die Aktien schlossen durch die Bank im Minus.

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