Die Supercoppa wurde nicht zum ersten Mal ins Ausland verkauft
Marketingtour mit Elfmeterschießen

Europäische Topteams spielen in den USA gegeneinander, sie sollen Fußball dort endlich populär machen.

NEW YORK. Die Marketingtour endete im Giants Stadium bei New York dramatisch. Erst im Elfmeterschießen wurde das italienische Supercup-Finale entschieden, einen Ozean von Italien entfernt. Die Fußballer des italienischen Meisters Juventus Turin besiegten Pokalsieger AC Mailand im Elfmeterschießen 5:3. Nach der Verlängerung hatte es 1:1 gestanden durch Treffer von Andrea Pirlo (Mailand) und David Trezeguet. Wenig später scheiterte vor 54 000 Zuschauern Christian Brocchi an Juve-Torwart Gianluigi Buffon.

Dass die Partie spannend war, konnte den US-Amerikanern nur recht sein, die sieben Begegnungen europäischer Spitzenklubs in 13 Tagen organisierten. Auch Manchester United, der FC Barcelona und Celtic Glasgow wurden während ihrer Saison-Vorbereitung in die USA gelotst, um den Fußball dort populärer zu machen. Vor allem Tickets für Manchesters Spiele waren gefragt. Am Donnerstag besiegten die Engländer Juventus vor knapp 80 000 Zuschauern im Giants Stadium 4:1.

Die Supercoppa wurde nicht zum ersten Mal ins Ausland verkauft: Die Turiner hatten den Supercup 2002 in Libyen errungen. 1993 holte sich der AC Mailand den Titel in New York. Mit der erneuten Ausrichtung des Cups will Charlie Stillitano, Organisator der WM 1994, die Profiliga Major League Soccer (MLS) wieder einmal nach vorne bringen. Die Auftritte der europäischen Elite in der US-Metropole, die Ausrichtung des Gold-Cups zusammen mit Mexiko, die Frauen-WM im Herbst - dem amerikanischen Fußball mangelt es derzeit nicht an Höhepunkten.

Und doch wird es für den Männerfußball in den USA wieder nicht reichen, um die Dominanz der Großen Vier - Football, Baseball, Basketball und Eishockey - zu brechen. Den Zuschauern vergeht paradoxerweise gerade durch die Auftritte der Weltstars die Lust auf das biedere Gekicke der MLS-Klubs. Die Stars müssten schon dauerhaft in Amerika spielen, um die US-Amerikaner für Fußball zu begeistern. Sonst kommt man nicht gegen Sportarten an, bei denen die Fans über 90 Prozent der weltbesten Spieler im eigenen Land bewundern können.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%