Die Tastatur mit eingebautem Monitor auf den Knien, der Rechner im Kofferraum
Der Car-PC kennt kein Platzprobleme

Der Einsatz von Computern in Fahrzeugen bei Feuerwehr oder Polizei ist heute einerseits selbstverständlich, stellt aber, sollte das Informationsgerät die Arbeit nicht behindern, doch eine gewisse technische Herausforderung dar.

HB DÜSSELDORF. Der Einsatz von Computern in Fahrzeugen wie Ambulanz, Feuerwehr oder Polizeifahrzeugen ist heute einerseits selbstverständlich, stellt aber, sollte das Informationsgerät die Arbeit nicht behindern, doch eine gewisse technische Herausforderung dar. Fest eingebaute Polizeicomputer, wie sie aus Fernsehfilmen bekannt sind, können praktisch nur in Einsatzfahrzeugen eingebaut werden, die als Ein-Mann-Patrouillenfahrzeuge dienen. In Autos dagegen, in denen zwei Partner - Fahrer und Beifahrer - arbeiten, kommen sie nicht in Frage.

Um dieses bei allen Sicherheitsbehörden bekannte Problem zu lösen, hat sich die Firma Bormann EDV aus Neusäß bei Augsburg etwas einfallen lassen - eine Car-PC genannte Tastatur mit eingebautem Monitor, in der der gesamte PC untergebracht ist. "Back to the Future", zurück zur Zukunft. Einen PC, der in der Tastatur untergebracht ist, gab es schon einmal in den Pioniertagen des Heimcomputers. Auch der legendäre C64 von Commodore hatte seine gesamte Hauptplatine in einem etwas dickeren Keyboard versteckt. Doch es war nicht der C64, der Achim Bormann zur Entwicklung des Car-PC angeregt hatte. Der in Süddeutschland bekannte Compaq-Händler hatte sich vielmehr schon seit dem Aufkommen von tragbaren PC dem Thema "mobiler Computereinsatz" verschrieben. Daher auch die frühe Nähe zum texanischen PC-Hersteller, hatte doch Compaq als erstes Unternehmen nach dem Scheitern des PC-Pioniers Osborne einen nähmaschinengroßen, tragbaren PC auf den Markt gebracht.

Bormann kam über mit Laptops bestückte Kofferlösungen für Außendienstmitarbeiter von Versicherungen zur Entwicklung des Car-PC. Seine für Gespräche beim Kunden maßgeschneiderten Koffer mit synchronem Zweitbildschirm und integriertem Drucker waren im Fahrzeug unhandlich und daher unbrauchbar. Ein Tastatur-PC dagegen ist so handlich und klein, dass er leicht auf den Knien des Beifahrers Platz findet. Zudem ist der PC nicht in die Tastatur integriert, sondern im Kofferraum des Fahrzeuges. Doch bei der derzeit immer noch rasch wachsenden Miniaturisierung der Bauteile ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch leistungsstarke Rechner wieder möglich sind, wie in den Pioniertagen des C64.

Nach Angaben des Augsburger Mobil-PC-Enthusiasten ist das Interesse bei den Polizeibehörden in einigen Bundesländern für die flexible Lösung auf dem Beifahrerknie groß. Als besondere Vorteile stellten sich in den Tests heraus, dass der Monitor sich an einem Platz befindet, wo im Auto die dunkelste Schattenzone ist, die eine gute Ablesbarkeit garantiert. Für mögliche individuelle Erweiterungen wie Ausweiskartenleser, Video-Kamera oder Scanner wurde ein USB-Steckplatz eingebaut.

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