Die Telekomausrüster litten unter Lucent und Motorola
Europäische Börsen: Hohe Verluste nach Nasdaq-Fall

Die europäischen Börsen haben am Mittwoch in Folge des jüngsten Kursrutsches an der US-Technologiebörse Nasdaq deutlich schwächer geschlossen.

Reuters. Die europäischen Börsen haben am Mittwoch in Folge des jüngsten Kursrutsches an der US-Technologiebörse Nasdaq deutlich schwächer geschlossen. Die Telekomausrüster hätten zusätzlich unter der Gewinnwarnung von Lucent und einem enttäuschenden Umsatzausweis bei Motorola gelitten, sagten Händler. Der US-Telekomausrüster Lucent hatte am Dienstagabend mitgeteilt, angesichts niedriger als erwartet ausgefallener Umsätze werde der Gewinn im vierten Quartal unter den Analystenerwartungen liegen. Am selben Tag wies Motorola für das dritte Quartal einen Umsatz aus, der die Analystenerwartungen nicht erreichte.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz notierte am Abend über 2 % niedriger auf 4 666 Zählern, der Euro-Stoxx-50-Index für die Blue Chips aus der Europäischen Währungsunion (EWU) fiel um 2,5 % auf 4 745 Punkte.



London - TMT-Werte unter Druck

Nach der Gewinnwarnung von Lucent standen an der Londoner Börse Händlern zufolge in erster Linie TMT-Aktien (Technologie, Medien und Telekommunikation) unter Druck. Marconi verloren beispielsweise 6,4 %, Cable & Wireless 5,1 % und Vodafone 5,8 %. Auch Bankenwerte tendierten deutlich schwächer. Händler führten dies auf Ängste vor wachsendem Wettbewerb in der Branche zurück. HSBC fielen um 3,5 %, Royal Bank of Scotland um 3,1 %. Der FTSE-100-Index ermäßigte sich um 2,1 % auf 6117 Punkte. Das ist der niedrigste Schlussstand seit dem 23. Mai.



Zürich - CS Group von Bankaktien belastet

Massive Verluste bei den Bankentiteln haben nach Händlerangaben die Schweizer Börse belastet. Der SMI verlor 147,2 Punkte oder 1,88 % auf 7665,4 Zähler. Schwer getroffen wurde auch der Swiss New Market Index, der 73,7 Zähler oder 4,36 % auf 1 615,1 Punkte einbrach. Die Technologiewerte seien unverändert stark unter Druck gewesen, hieß es. Bei den Banken stachen CS Group mit minus 8,87 % auf 298,00 sfr hervor. Anhaltende Gerüchte, wonach es Probleme bei der übernommenen US-Investmentbank Donaldson, Lufkin & Jenerette (DLJ) geben könnte, belasteten nach Händlereinschätzung die Aktie. Ein CSG-Sprecher wolle aus grundsätzlichen Erwägungen die Marktspekulationen nicht kommentieren.



Paris - CAC-Index unter 6 000 Punkten

An der Pariser Börse ist der CAC-Index unter die von Händlern als psychologisch wichtig bezeichnete Marke von 6 000 Punkten gefallen. Der CAC-Index büßte gut 3 % auf 5 956 Zähler ein. Zu den größten Verlierern gehörten nach der Gewinnwarnung von Lucent die Aktien von Alcatel mit einem Minus von knapp 9 %. Equant verloren gut 7 %, nachdem France Telecom die Erwartungen für eine baldige Übernahme von Equant gedämpft hatte. France Telecom teilte mit, sie sehe nicht, wie ein Geschäft im gegenwärtigen Marktumfeld zu Stande kommen könne. Indexschwergewicht France Telecom stürzte um 6,7 % auf 96,20 Euro ab. Im Verlauf hatte das Telekompapier ein neues Jahrestief bei 95,40 Euro gesehen.



Mailand - Enel nach Übernahmeankündigung fester

An der Mailänder Börse hat sich der Stromkonzern Enel entgegen dem allgemeinen Trend fester gezeigt. Die Titel legten um 2 % zu, nachdem Enel die Übernahme des Telekom-Festnetz - und Internetanbieter Infostrada von Vodafone bekannt gegeben hatte. Der Preis von 11 Mrd. Euro liege im Rahmen der Erwartungen, sagten Händler. Der MIB30-Index schwächte sich um 2,1 % auf 43 952 Punkte ab. Im Mittelpunkt standen Händlern zufolge auch Banca Intesa und BCI, nachdem sie wie erwartet eine volle Fusion angekündigt hatten. Beide Titel schlossen tiefer.



Madrid - Große Verluste bei Technologiewerten

An der Börse in Madrid fiel der Ibex-Index um 3 % auf 10 618 Punkte. Die größten Kursverluste seien in Folge des Nasdaq-Rückgangs bei den Technologiewerten beobachtet worden, sagten Händler. Indexschwergewicht Telefonica brach um 3,1 % ein, die Internet-Tochter Terra verbilligte sich sogar um 6,2 %. Zu den wenigen Gewinnern gehörten die Stromversorger Iberdrola mit einem Plus von 2,1 % und Endesa mit einem Aufschlag von 2,9 %. Iberdrola und Endesa verhandeln derzeit über eine Fusion.



Amsterdam - Philips und ASM führen Verlierer an

An der Amsterdamer Börse verringerte sich der AEX-Index um 2,7 % auf 637 Punkte. Bei den Indexwerten verzeichneten Philips Electronics und ASM Lithography mit minus 9,6 % und minus 5,2 % die größten Verluste. Die Anleger seien über die Aussichten der Halbleiterunternehmen besorgt, sagten Händler. Sie wiesen darauf hin, dass am Vortag in den USA Motorola einen Quartalsumsatz unter den Erwartungen von Analysten veröffentlicht hatte.



Wien - ATX-Index im Abwärtssog

Die Wiener Aktien setzten ihre Talfahrt fort. Der 22 Werte umfassende ATX schloss mit 1 120,87 (1137,47) Punkten um 1,46 % leichter und nur knapp über der ATX-Unterstützung bei 1 120 Zählern. Sechs Titel verbuchten Gewinne und 16 Verluste. OMV , die eine Beteiligung an dem ungarischen Öl- und Gaskonzern MOL bekannt gegeben hatten, gingen mit 79,90 (80,01) Euro leichter aus dem Markt. OMV halte über 5 und unter 10 % an MOL und beabsichtige derzeit nicht, den Anteil auf über 10 % aufzustocken, hieß es. OMV wolle das MOL-Management unterstützen.



Brüssel - Geringere Verluste

Auch die Brüsseler Börse folgte der Abwärtsbewegung der Wall Street, wenn auch nicht so stark wie andere europäische Börsen. Der Bel20-Index verringerte sich um 0,2 % auf 3005 Punkte. Indexschwergewicht Fortis legte um 0,1 % zu. Bank Degroof hatte am Dienstag die Bewertung der Aktie auf "Akkumulieren" aufgestuft. Von der Flucht aus Hochtechnologiewerten in Finanztitel konnten auch die indexschwergewichtigen Dexia mit einem Plus von 1,8 % profitieren.



Stockholm - OMX-Index minus 3,6 %

An der Stockholmer Börse brach der OMX-Index um 3,6 % auf 1 148 Punkte ein. Der Kursrutsch an der US-Technologiebörse Nasdaq am Vortag und die Gewinnwarnung des Telekomausrüsters Lucent hätten vor allem Ericsson und Nokia belastet, sagten Händler. Ericsson fielen um 6,2 % auf 137 skr, Nokia um 6 % auf 621 skr. Lediglich Telia konnten nach dem Rücktritt des stark kritisierten Chef des Unternehmens leichte Kursgewinne verzeichnen.

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