"Die Todesstimmung vom Montag ist vorbei": Bombardier-Mitarbeiter fassen neuen Mut

"Die Todesstimmung vom Montag ist vorbei"
Bombardier-Mitarbeiter fassen neuen Mut

Trotz der pessimistischen Einschätzung von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat die Belegschaft des vom Aus bedrohten Bombardier-Werks in Vetschau am Dienstag neuen Mut gefasst. "Die Todesstimmung vom Montag ist vorbei", sagte der Cottbuser IG-Metall-Chef Willi Eisele. In einer Betriebsversammlung hätten die Mitarbeiter beschlossen, keine Arbeitskampfmaßnahmen zu ergreifen, sondern die Verhandlungen mit dem Bombardier-Konzern abzuwarten.

dpa VETSCHAU. Im Mittelpunkt der Versammlung stand Schröders Aussage vom Vortag, das Werk könne nicht im Bombardier-Konzern bleiben. Den Mitarbeitern sei jedoch klar gemacht worden, dass diese Worte nichts an der Situation für das Drehgestellwerk änderten, berichtete Eisele. Die direkten Gespräche mit Bombardier seien auf einem guten Weg. Weitere Treffen mit Konzernvertretern seien für die nächste Woche angesetzt. Die entscheidende Bombardier-Aufsichtsratssitzung ist den Angaben zufolge für den 22. Februar in Berlin geplant.

Die Brandenburger PDS warf Bundeskanzler Schröder mangelndes Engagement für das Werk in Vetschau vor. Wenn in Brandenburg wie in Sachsen-Anhalt Landtagswahlen anstünden, hätte Vetschau wohl eine größere Rolle für den Kanzler gespielt, meinte der Landesvorsitzende Ralf Christoffers.

Schröder hatte am Montag bei einem Besuch des als gerettet geltenden Bombardier-Werks in Halle-Ammendorf gesagt: «Vetschau wird nicht Bestandteil des Konzerns bleiben können. Das ist bedauerlich, aber es nützt nichts, den Kollegen etwas vorzumachen.» Er hoffe jedoch auf eine Lösung, die den Produktionsstandort erhalte. Das sei etwa durch ein Management-Buy-out (Übernahme durch leitende Angestellte) oder über den Kauf durch andere Interessenten möglich. Der Betriebsrat und die IG-Metall lehnen diese Lösung ab.

Bei den 111 Beschäftigten in Vetschau (Kreis Oberspreewald- Lausitz) hatten die Worte des Kanzlers Enttäuschung und Angst ausgelöst. Die Wogen hätten sich inzwischen aber wieder geglättet, sagte Eisele: "Den Kanzler trifft keine Schuld. Der den Betrieb schließen will, ist immer noch Bombardier."

Der stellvertretende Regierungssprecher Manfred Füger betonte, Brandenburgs Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) sei optimistisch, den Standort und die Arbeitsplätze in Vetschau zu halten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%