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Die Uhrwerk-Orange wieder entdeckt

Erik Bethkenhagen ist Kommunikationschef bei Kienbaum Consultants.

"Ich lese gerade ,Die Uhrwerk- Orange? von Anthony Burgess. Der 16-jährige Ich-Erzähler Alex streift durch die Nacht. Nach dem Mord an einer alten Frau wandert er ins Gefängnis. Hier erhält er Zugang zu einem neuen Programm zur Ausmerzung des Bösen und wird zum gesetzestreuen Bürger umerzogen. Bei der Ludovico-Therapie muss er sich unter dem Einfluss von Medikamenten Aufnahmen von Folterungen und Tötungen ansehen. Am Ende der Behandlung empfindet Alex schon bei der geringsten Ahnung von Gewalt Ekel und physische Schmerzen. Seine Abkehr vom Bösen ist aber nicht Folge freier moralischer Entscheidung, sondern Konsequenz externer Programmierung. Alex wird von seinen Eltern abgewiesen. Er wird zusammengeschlagen und von einem ehemaligen Opfer als politischer Märtyrer missbraucht. Am Ende wird er auf öffentlichen Druck von der Regierung rekonditioniert. Er nimmt zunächst sein altes Leben wieder auf, wählt aber schließlich den Weg in eine bürgerliche Existenz. Das Buch betont die Bedeutung des freien Willens, führt aber auch eine Geisteshaltung ad absurdum, die Komplexität mit Moralität begegnet."

ANTHONY BURGESS: Die Uhrwerk-Orange, Klett Verlag, -Cotta Stuttgart1999, 222 Seiten, 19 Euro

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