Die umgestalteten Warenhäuser zeigen eine deutliche Ergebnisverbesserung
Karstadt-Quelle steuert auf Erholungskurs

Die Karstadt Quelle AG will ihr Vorsteuerergebnis in diesem Jahr um 15 Prozent erhöhen. In den ersten neun Monaten stieg das Ergebnis bereits um 61 Prozent. Die Börse nahm den Quartalsbericht dennoch ohne Euphorie auf. Der Markt habe die Zahlen erwartet, heißt es aus den Reihen der Analysten.

rv DÜSSELDORF. Bei der Essener Karstadt Quelle AG hat sich das Geschäftsklima weiter aufgehellt. Mit einem Umsatzzuwachs von 4,9 % auf 20,92 Mrd. DM (o. MwSt.) legte der Warenhaus-, Versand- und Touristik-Konzern in den ersten neun Monaten überdurchschnittlich zu, wie aus dem Quartalsbericht hervorgeht.

Wichtiger aber noch: Das Konzernergebnis vor Ertragssteuern (EBT) konnte in den ersten drei Quartalen um 61 % auf minus 138,9 Mill. DM erhöht werden. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte der Konzern noch ein EBT von minus 356,9 Mill. DM ausgewiesen. Dass das Ergebnis vor Steuern nach drei Quartalen immer noch rot ist, hängt mit der Sortimentsstruktur des Warenhausgeschäfts, das bei Karstadt Quelle knapp 40 % des Umsatzes ausmacht, zusammen. Bei gleich bleibenden Kosten erzielen die Warenhäuser einen großen Teil ihres und Ertrages im Weihnachtsgeschäft, so dass das Ergebnis erst zum Jahresende ins Plus dreht.

Beim Blick auf die Entwicklung des Gesamtjahres gibt sich der Vorstand zuversichtlich: Wenn sich die Konsumneigung nicht signifikant abschwäche, werde der Konzern sein Ergebnis vor Steuern um über 15 % erhöhen, heißt es. 1999 hatte die Karstadt Quelle AG ein Vorsteuerergebnis von 441 Mill. DM erzielt.

Die Börse reagierte wenig euphorisch auf den Quartalsbericht. Die Karstadt-Quelle-Aktie gab im Tagesverlauf in Frankfurt um 1,10 Euro auf 37,30 Euro nach, während der Dax deutlich anzog. Die Zahlen seien keine Überraschung für den Markt gewesen, konstatiert Jadwiga Bobrowska, Analystin der WestLB in Düsseldorf. Der Umsatz sei bereits im Oktober bekanntgegeben worden. Und dass der Verlust in diesem Jahr deutlich geringer als 1999 ausfallen werde, sei auch erwartet worden. Denn: Karstadt Quelle habe im September 1999 ein sehr schlechtes Geschäft verzeichnet und deshalb eine Gewinnwarnung herausgegeben. Auf der Grundlage der schwachen Vorgaben des Vorjahres hätte das Ergebnis zwangsläufig besser ausfallen müssen.

Für Marcus Reck, Analyst der Hypo-Vereinsbank in München, ist entscheidend, dass der Ausblick des Vorstands auf das Gesamtjahresergebnis unverändert geblieben ist. Die Prognosen - plus 15 % beim EBT - seien sehr konservativ, urteilt er.

Allerdings: Da der Oktober für den Einzelhandel eher schwach und das Weihnachtsgeschäft 1999 sehr gut verlaufen sei - die Vorgabe also recht hoch war - sei es verständlich, dass der Karstadt-Quelle-Vorstand bei seiner Vorausschau Vorsicht walten lasse.

Die Verbesserung des Vorsteuerergebnisses um insgesamt 218 Mill. DM, so ist dem Quartalsbericht zu entnehmen, wird von allen Vertriebsbereichen getragen. So erzielte der Versandbereich (Umsatzanteil: knapp 40 %) - gemessen an den ersten drei Quartalen 1999 - eine Ergebnisverbesserung von 118,5 Mill. DM auf 70,3 Mill. DM. Der stationäre Einzelhandel habe sein EBT um 96,4 Mill. DM auf minus 223 Mill. DM gesteigert, heißt es. Der Umsatz stieg um 3,9 % auf 10,22 Mrd. DM. Hauptumsatzträger in diesem Segment sind die Warenhäuser, die vor allem von der Einführung des vor Jahren konzipierten Themenhauses profitierten. In den 61 umgestalteten Häusern stiegen Umsatz und Handelsspanne je qm doppelt so stark wie in den nicht umgestellten.



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