Die Unsicherheit der Amerikaner steigt weiter
Sturzflug an der Wall Street erwartet

Amerika rüstet sich für die Reaktion auf die Terroranschläge des 11. September. Die ersten US-Soldaten verabschieden sich von ihren Familien. Die Unsicherheit der Amerikaner steigt weiter. Dabei steht die Frage nach dem nächsten Schritt nach wie vor ungeklärt im Raum. Auch US-Präsident George Bush konnte seine Landsleute gestern Abend mit patriotischen Worten nicht beschwichtigen.

NEW YORK. In einer Rede wie aus dem Rhetorik-Lehrbuch appellierte er an die Bündnispartner, mit den USA gegen den Terrorismus in der Welt zu kämpfen. Es werde Gerechtigkeit geben, so die Worte des Stattsoberhauptes. Details über ein Wie und Wann ließ Bush jedoch nicht verlauten.

Die Auswirkungen eines möglichen Krieges auf die Entwicklung der ohnehin schwachen US-Wirtschaft beunruhigt die Amerikaner. Auch zum Wochenschluss steht New Yorks Aktienmärkten ein schwacher Handelsauftakt bevor. Der S&P 500 Future notiert mit 36 Punkten in der Verlustzone. Der Eröffnungsindikator der Nasdaq liegt mit 43 Zählern im negativen Terrain. Tief rot hat sich auch der Future des Dow Jones gefärbt. Das Eröffnungsbarometer rutscht drastische 428 Punkte in die Verlustzone. Zusätzlich müssen sich die Marktteilnehmer auf einen volatilen Handelstag einstellen. Heute ist dreifacher Hexensabbat. Das bedeutet, heute laufen an der Terminbörse die Futures und Optionen sowie die Optionen auf Aktien aus. Händler werden auffällig viel Kapital verschieben, um die Aktienportfolios aufzupolieren.

Auch am letzten Tag der Börsenwoche erhalten New Yorks Aktienmärkte wenig Unterstützung von der Nachrichtenfront. Blue Chip Dow Chemical verliert an Wert, nachdem der Chemiekonzern ankündigte, die Geschäftsprognosen für das dritte Quartal nicht erfüllen können.

Fed-Ex mit Gewinneinbruch

Die Aktie von EMC, dem Experten für Speicherlösungen, verliert im außerbörslichen Handel über elf Prozent an Wert. Das Unternehmen wird 2 400 Arbeitskräfte und damit zehn Prozent seiner Mitarbeiter entlassen. Die weltweiten Investitionen in Technologie werden weiter sinken, so das Managment von EMC.

Vorbörslich ebenfalls bergab geht es für Fed-Ex. Der Grund: Das Unternehmen muss einen Gewinneinbruch von 36 % im ersten Quartal hinnehmen. Das Management des Kurierdienstes führt das schwache Ergebnis auf das schlechte Wirtschaftsumfeld zurück. Wie sich die Verzögerung von Auslieferungen durch die Ereignisse vom 11. September auf die Ergebnisse des laufenden Quartals auswirken, sei noch nicht bekannt, teilten Unternehmenssprecher mit. Im abgelaufenen Quartal hat das Unternehmen einen Gewinn von 36 Cents je Aktie erzielt und damit die Analystenerwartungen von 31 Cents übertroffen. Im Vorjahr lag der Gewinn im ersten Quartal noch bei 58 Cents je Aktie.

Einen weiteren Tag im Minus dürften die Aktien der Versicherungsunternehmen verbringen. Die Unternehmen dieser Branche müssen sich auf Schadensersatzforderunge in Milliardenhöhe gefasst machen. Die Anleger wird dies einen Teil ihrer Dividende kosten. Beim Versicherer Chubb Insurance werden die Schäden der Terroranschläge des 11. September zu einem Verlust von 500 bis 600 Mill. $ führen. Der Einfluss auf die Ergebnisse werde zwischen 1,85 und 2,25 $ je Aktie liegen. Versicherungsurgestein Met Life kündigte an, seinen Pflichten nachzukommen und die Versicherungssummen, die in Folge der Terrorangriffe vom 11. September erhoben werden, begleichen zu wollen. Der Konzern wird sich bei der Regulierung von Schadensersatzforderungen nicht auf Vertragsklauseln berufen, die das Unternehmen im Falle von Kriegsschäden von seiner Leistungspflicht befreien. Das teilte Met Life heute mit.

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