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Die Verlierer im Postenpoker

Die jüngste Umbildung der französischen Regierung hat jede Menge Spitzenpolitiker einstweilen arbeitslos gemacht. Um nicht gänzlich in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden, will eine Reihe Ex-Minister sich per Nachwahl in das Parlament wählen lassen.

Die jüngste Umbildung der französischen Regierung hat jede Menge Spitzenpolitiker einstweilen arbeitslos gemacht. Um nicht gänzlich in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden, will eine Reihe Ex-Minister sich per Nachwahl in das Parlament wählen lassen. Ex-Regierungschef Jean-Pierre Raffarin hat zum Beispiel sein Senats-Mandat sicher, dass er im September 2004 gewonnen hatte, wegen seiner Tätigkeit als Regierungschef aber ruhen ließ. Auch Ex-Bildungsminister François Fillon wird wohl wieder in die zweite Kammer des französischen Parlaments einziehen.

Als Verlierer der Regierungsumbildung fühlt sich indes auch der Fraktionschef der regierenden UMP, Bernard Accoyer. Er hatte sich Hoffnungen gemacht, nach jahrelanger Kärnerarbeit im Parlament mit einem Ministerposten belohnt zu werden. Doch daraus wurde nichts.

Peinlich: Noch vor der offiziellen Bekanntgabe der neuen Kabinettsliste tauchten bereits Berichte in der Regionalpresse aus Accoyers Wahlbezirk auf mit der Schlagzeile: "Accoyer tritt Regierung bei". In Paris heißt es, dass diese Info vom Betroffenen selbst gestreut worden ist, wohl im Vertrauen auf ein Versprechen des Staatschefs Jacques Chirac, dem treuen Gefolgsmann zu berücksichtigen. Jetzt reiht sich der UMP-Fraktionschef in die lange Reihe derer ein, die vergeblich auf ein Versprechen Chiracs gesetzt haben.


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