Die vielen Streitfälle der Leipziger Olympiabewerbung
Und nun auch noch Stasi-Vorwürfe

Am Wochenende hat sich die Leipziger Olympiabewerbung wieder mit sich selbst beschäftigen müssen. Der Wehrdienst des Geschäftsführers der Bewerbungsgesellschaft, Dirk Thärichen, beim Stasi-Wachregiment "Feliks Dzierzynski" löste die nächste unangenehme Diskussion aus.

BERLIN. Dabei haben die Leipziger schon einen unruhigen Sommer hinter sich. Was schon alles zum Streitfall wurde:

Der zweite Geschäftsführer: Klaus Steinbach, Präsident des Nationalen Olympischen Komitees, wollte Geschäftsführer Dirk Thärichen einen Kollegen zur Seite stellen, der alles erfüllt, was Thärichen fehlt. Vor allem sollte er das Profil eines westdeutschen Sportmanagers haben, also intensive Kontakte zur Wirtschaft, aber auch Erfahrung im Spitzensport. Steinbach glaubte, mit Mike de Vries den Richtigen gefunden zu haben. De Vries war zuvor Geschäftsführer des Deutschen Hockey-Bundes und Marketingleiter der Bitburger Brauerei. Nur hatte Steinbach die Leipziger nicht rechtzeitig mit de Vries bekannt gemacht, es kam Unmut gegen die Entscheidung auf. Der Präsident des Deutschen Sportbundes, Manfred von Richthofen, erklärte öffentlich, de Vries werde seine Arbeit nicht am 1. Juli aufnehmen. Steinbach war im Urlaub. De Vries durfte nach einer Krisensitzung im Bundesinnenministerium seinen Dienst zwar antreten, soll aber zur Deutschen Sport-Marketing wechseln.

Das Sportstättenkonzept: Spiele für Sachsen hatte Leipzig bei seiner nationalen Bewerbung versprochen, aber viele Sachsen schließlich doch enttäuschen müssen. Vor allem in Riesa, das auf alle Kampfsportentscheidungen gehofft hatte. Doch der Druck der Sportfunktionäre war zu groß, ein kompaktes Konzept nach dem Vorbild der Hamburger Bewerbung entwickeln zu müssen. Nun sollen 97 Prozent aller Entscheidungen innerhalb von zehn Kilometern stattfinden. Die Partnerstädte sind brüskiert.

Die Bettenkapazität: Das Internationale Olympische Komitee (IOC) fordert 42 000 Betten, Leipzig mit seinen 500 000 Einwohnern konnte aber nur 25 000 bieten. Ein neues Konzept innerhalb eines Radius von 50 Kilometern sieht 42 970 Betten in der drei-bis-fünf-Sterne-Kategorie vor. Die bestehende Lücke soll durch 9500 "Stadtwohnungen für Olympia" in sanierten Altbauten geschlossen werden.

Der Schutz der olympischen Ringe: Das IOC macht den rechtlichen Schutz der olympischen Symbole zur Bedingung. Die Bundesregierung hat zwar schon einen Gesetzentwurf eingebracht, doch tauchen im Leipzig immer wieder olympische Ringe auf, sei es auf einer Straßenbahn oder auf Teddybären im Schaufenster.

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