Die vier großen Anbieter legen im Weihnachtsgeschäft kräftig zu
Britischer Mobilfunkmarkt wächst weiter

Die Dynamik der Mobilfunkunternehmen in Großbritannien ist ungebrochen. Doch es werden Stimmen laut, sich nicht mehr allein an der Kundenzahl als Erfolgsmaßstab zu orientieren. Was jetzt zählt, ist die Loyalität der bereits vorhandenen Kundschaft.

LONDON. Der britische Mobilfunkmarkt boomt weiter. Die vier großen Mobilfunkanbieter Vodafone , BT Cellnet, Orange und die Tochter der Deutschen Telekom AG, One2-One konnten aufgrund eines sehr guten Weihnachtsgeschäfts die Zahl ihrer Neukunden im vierten Quartal 2000 insgesamt um 51 % im Vergleich zum Vorquartal steigern. Im Vergleich zum Vorjahresquartal liegt die Zuwachsrate sogar bei 123 %.

Bei mehr als 40 Mill. Kunden, was einer Marktabdeckung von rund 67 % entspricht, stellt sich allmählich die Frage nach der Marktsättigung in Großbritannien. "Angesichts dieses Niveaus sollte sich die Branche nicht mehr allein auf das Kundenwachstum konzentrieren", sagte One2One-Geschäftsführer Harris Jones. Kundenloyalität und dem Verkehr im Netzwerk sollte man zukünftig mehr Aufmerksamkeit schenken. Gleichzeitig räumte Jones ein, dass die so genannte Penetrationsquote aufgrund des Mehrfachbesitzes von Handys kräftig unter den offiziellen 67 % liegen dürfte.

Bis zuletzt war es offen, ob sich Orange, die Tochtergesellschaft von France Télécom, im abgelaufenen Quartal an der Mobilfunktochter des Telekomriesen British Telecom vorbeischieben könnte. Doch auch wenn Orange erneut bei der Akquise von Neukunden vorne lag, es hat nicht gereicht, um BT Cellnet den zweiten Platz in der britischen Mobilfunkliga streitig zu machen.

Vorne liegt Orange hingegen bei den Börsenplänen. Orange soll nach den Worten von Michel Bon, Vorstandschef von France Télécom, Mitte Februar an die Börse geführt werden. Um das Flaggschiff Orange will France Télécom dabei all seine Mobilfunkativitäten gruppieren.

Beschlossene Sache ist auch der Börsengang von BT Wireless, der Mobilfunksparte von British Telecom um das Schwergewicht BT Cellnet. Im Gegensatz zu Orange soll der Schritt auf das Börsenparkett jedoch erst im zweiten Halbjahr erfolgen.

Konnte sich One2One, die britische Mobilfunktochter der Deutsche Telekom, im dritten Quartal noch den ersten Platz bei Neukunden markieren, so rutschte die Gesellschaft im vierten Quartal auf den letzten Platz ab. Eingeschlossen sind in den Zahlen 262 000 neue Kunden, die auf Virgin Mobile, das Joint Venture mit der Virgin Group, im letzten Quartal entfielen.

Angesichts einer Kundenbasis von 11,7 Mill. in Großbritannien fällt es Vodafone schwer, bei Neukunden in vorderster Reihe mitzuspielen. International zieht der weltgrößte Mobilfunkanbieter jedoch weiterhin einsam seine Kreise. Allein im letzten Quartal gewann Vodafone 13,2 Mill. Neukunden weltweit dazu und zählt damit 78,7 Mill. Kunden. Dabei konnten 7,9 Mill. Kunden aus eigener Kraft gewonnen werden, 5,3 Mill. Kunden entfielen auf Akquisitionen.

Vodafone hat in der Vergangenheit deutlich gemacht, dass jede Akquisitionsmöglichkeit genutzt wird. Vor wenigen Tagen wurde ein 34,5%iger Anteil an der zweitgrößten mexikanischen Mobilfunkgesellschaft Grupo Iusacell für 973 Mill. $ erworben. Kurz vor Weihnachten ergänzte der Branchenriese sein Portfolio durch die Übernahme der größten irischen Mobilfunkgesellschaft Eircell für 4,5 Mrd. Euro in Aktien. Zudem wurde für 2,5 Mrd. $ ein 15%iger Anteil an Japan Telecom erworben. Damit stärkte das Unternehmen seinen Einfluss auf die Mobilfunktochter J-Phone, an der jetzt mittelbar 34% gehalten werden. Angesichts dieser Entwicklung ist für Vodafone-Chef Chris Gent weiterhin Optimismus angesagt: "Wir sind auf gutem Weg, auch im vierten Jahr hintereinander eine 50%ige Steigerung zu erzielen."

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