Die volle Förderung bekommen
Stichwort "Vermögenswirksame Leistungen"

Vermögenswirksame Leistungen (VL) sind Sparbeiträge des Arbeitgebers. Ob und in welcher Höhe VL gezahlt werden, ist entweder tarifvertraglich oder im Arbeitsvertrag geregelt.

rsc DÜSSELDORF. Arbeitnehmer können bis zu 888 Euro im Jahr mit VL anlegen. Dabei gilt: Steuert der Arbeitgeber nur einen Teil bei, kann der Arbeitnehmer die Differenz zum vollen Betrag zuzahlen. Dies lohnt sich stets, wenn das zu versteuernde Einkommen geringer als 17 900 Euro (35 800 Euro bei Verheirateten) ist. Dann werden Einzahlungen auf Bausparverträge - auch in der Tilgungsphase - bis zu 480 Euro mit zehn Prozent Arbeitnehmersparzulage jährlich vom Staat gefördert. Was viele nicht wissen: Auch Schuld- und Zinszahlungen für Immobilien- und Grundstückserwerb sind in dieser Art zulageberechtigt.

Um eine zweite Prämie und somit die maximale Förderung zu bekommen, kann der Sparer weitere 20 Prozent Arbeitnehmersparzulage auf Einzahlungen in Höhe von 408 Euro kassieren. Voraussetzung ist, dass das Geld in Beteiligungen (Produktivvermögen) fließt. In den neuen Bundesländern sind es bis zum Jahr 2004 sogar 25 Prozent. Möglich sind Aktienfonds, Beteiligungsfonds, Dachfonds oder auch gemischte Wertpapier- und Grundstücksfonds. Allerdings müssen die Fonds mindestens zu 60 Prozent aus Aktien bestehen. AS-Fonds sind übrigens von der VL-Förderung ausgeschlossen.

Der Gesetzgeber trennt zwischen Altersvorsorge und Vermögensbildung. Weiterhin werden als Produktivvermögen die Anlage im Unternehmen des Arbeitgebers in der Form von Aktien, Schuldverschreibungen, GmbH-Geschäftsanteilen, stillen Beteiligungen, Genossenschaftsanteilen oder sogar Arbeitgeber-Darlehen gefördert. Schließlich können Aktien, Schuldverschreibungen oder Genossenschaftsanteile fremder Unternehmen bespart werden (§ 13 Abs. 2 Fünftes Vermögensbildungsgesetz). Die Arbeitnehmersparzulage wird mit der Einkommensteuererklärung beantragt.

Scheidet die staatliche Förderung aus, weil der Arbeitnehmer über den Einkommensgrenzen liegt, sieht der Gesetzgeber zusätzlich Banksparverträge und Kapitallebensversicherungen für die VL-Anlage vor.

Auch geringfügig Beschäftigte können einen Sparvertrag über vermögenswirksame Leistungen abschließen. Einzige Bedingung ist, dass die vermögenswirksamen Leistungen vom Arbeitgeber überwiesen werden müssen. Ohne Arbeitsvertrag - beispielsweise bei Weiterbesparung des Vertrages im Studium - wird die staatliche Förderung allerdings nicht gezahlt.

Eine VL-Anlage muss für mindestens sieben Jahre (gesetzlich vorgeschriebene Sperrfrist) festlegt werden, bei Wertpapieranlagen wird in der Regel mindestens sechs Jahre eingezahlt, ein weiteres Jahr ruht das Geld. Die meisten weiteren Anlageformen werden über die komplette Laufzeit bespart. Eine Möglichkeit, bestehende Sparpläne nachträglich in eine VL-Anlage umzuwandeln, gibt es nicht.

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