Die Vorsorgekolumne
Abgeltungsteuer, und jetzt?

Die geplante Pauschalsteuer auf Zinsen, Dividenden und Kursgewinne ist schon ein gewisser Grund zur Beunruhigung. Aber panisch das ganze Depot umzuschichten wäre jetzt der falsche Schritt. Schließlich ist ja noch bis Ende 2008 Zeit, um zu reagieren. Hier deshalb nur ein paar Gedanken, die sich Sparer jetzt schon mal machen können.

Erstens: Die Aktie ist auch künftig noch attraktiv, aber nicht mehr ganz so renditeträchtig wie bisher. Sicher bleibt sie die Anlageform mit den höheren Gewinnchancen im Vergleich zur Anleihe. Doch der Vorsprung verringert sich. Wenn eine Aktie inklusive Kursgewinnen bisher acht bis neun Prozent Rendite erwirtschaftet hat, wird sich dieser Satz auf etwa sechs Prozent verringern. Im Vergleich zu sicheren vier Prozent bei einer Bundesanleihe wird damit der Gewinnvorsprung geringer. Ab 2009 müssten Rendite und Risiko von Aktien und Anleihen neu gegeneinander abgewogen werden. Bis dahin sollten Anleger bei ihrer Gewichtung bleiben, denn Aktien, die vor 2009 gekauft wurden, bleiben von der Kursgewinnbesteuerung unberührt. Auch sollten Aktien- und Fondsengagements, die ohnehin geplant waren, vorgezogen werden.

Zweitens: Auch die Rechnung, wie viel Geld der Sparer ins eigene Heim steckt, muss neu aufgemacht werden. Ein Hypothekendarlehen, auf das fünf oder sechs Prozent Zinsen zu zahlen sind, wird im Licht der neuen Steuer teurer. Aktien oder andere hochrentierliche Investments bringen vielleicht immer noch mehr ein, als das Darlehen kostet, aber das ist nicht sicher. Fest steht nur: der Mehrertrag der alternativen Investments wird nach der Steuer schmäler. Er ist das Risiko in der Regel nicht mehr wert. Hinzu kommt: Immobilien bleiben – im Gegensatz zu Anlagen an den Kapitalmärkten – von der neuen Steuer verschont. Werden sie nach mehr als zehn Jahren mit Gewinn verkauft, ist der Gewinn auch künftig steuerfrei. Es kann sich also lohnen, das im eigenen Haus gebundene Eigenkapital aufzustocken.

Drittens: Auch die Lebensversicherungen bleiben von der neuen Steuer unberührt. Sie gewähren nach wie vor eine Steuerstundung. Denn die Erträge werden erst zum Ende der Ansparphase besteuert. Dann ist auf die Hälfte der Kapitalgewinne der persönliche Steuersatz fällig. Die fondsgebundene Lebensversicherung steht damit im Vergleich zum Fondssparen etwas besser da. Doch Vorsicht: die Abschlusskosten und Gebühren solcher Versicherungen lassen den Steuervorteil rasch wegschmelzen. Auch erlauben Lebensversicherungen oder private Rentenversicherungen in der langen Ansparphase wenig Flexibilität. Sparer sollten hier ganz besonders genau rechnen und vergleichen. Das gilt auch bei Altersvorsorgeversionen wie der Riester- oder Rüruprente. Sie bleiben bei der neuen Steuer außen vor und sind sogar steuerbegünstigt. Ihre Kosten sollten Sparer trotzdem beachten.

Und was ist mit Zertifikaten? Hier werden viele Produkte nicht mehr so attraktiv sein. Auch wenn sie bei Banken bevorzugt angeboten werden: Anleger sollten hier skeptisch sein, allein schon, weil sie oft schwer zu verstehen sind und versteckte Gebühren enthalten.

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