Die Vorsorgekolumne
Der beste Schutz gegen Inflation

Die Inflation wird wieder zum Thema. In den USA steigen die Lebenshaltungskosten mittlerweile um mehr als vier Prozent pro Jahr, in Europa um mehr als drei Prozent. Das Thema wird in der Vermögensplanung gerne übersehen. Eine Rente von 1000 Euro ist in dreißig Jahren allenfalls noch die Hälfte wert. Anleger können sich vor solchen Effekten aber schützen.

Um 3,2 Prozent sind die Lebenshaltungskosten zuletzt in Euroland gestiegen, in Deutschland immerhin um 2,7 Prozent. die Großhandelspreise haben sich in Deutschland im Januar sogar um 6,6 Prozent gegenüber derm Vorjahr erhöht, das ist die höchste Rate seit 1982. Das muss noch nicht viel heißen, denn mit der sich abkühlenden Konjunktur kann auch die Preissteigerungsrate schnell wieder zurückgehen. Doch die jüngsten Zahlen bringen ein Thema aufs Tapet, das Anleger bei der Vermögensplanung und der Altersvorsorge gerne übersehen.



Hier ein Beispiel: Ein Anleger, der jeden Monat 200 Euro spart, verfügt bei fünf Prozent Rendite nach 30 Jahren über ein ansehnliches Vermögen von 163 772 Euro. Ein Entnahmeplan, der ebenfalls von fünf Prozent Verzinsung ausgeht, würde über 20 Jahre eine Rente von 1 066 Euro ergeben. Bei nur zwei Prozent Inflation wäre diese Rente nach heutiger Kaufkraft aber nur noch 755 Euro wert. Denn inflationsbereinigt würde die fünfprozentige Verzinsung auf drei Prozent schrumpfen. Entsprechend würde eine dreiprozentige Inflation die Kaufkraft der Rente auf knapp 500 Euro zusammenschmelzen lassen. Doch vor solchen Effekten kann sich der Anleger schützen.

Die beliebteste Methode ist in Deutschland die eigene Immobilie. Etwa die Hälfte ihres Vermögens stecken deutsche Bürger im Schnitt ins eigene Haus oder die eigene Wohnung. Selbstgenutzt schützt das Objekt vor Mieterhöhungen. Vermietete Wohnungen bringen über die Jahre umgekehrt immer mehr Miete ein. Preissteigerungen kann sich der Besitzer von seinem Objekt in Deutschland allerdings nur erhoffen, wenn die Lage stimmt. Großstädte, die wachsen, sind besser als das Häuschen irgendwo in dem Pampas. Anlageexperten empfehlen gerne auch Immobilienfonds. Anleger müssen sich dort allerdings auch ein wenig auskennen. Viele Fonds haben in der Vergangenheit nicht die Einnahmen gebracht, die sie versprochen hatten.

Sachwerte und nochmals Sachwerte empfehlen Profis. Das Spektrum ist mit dem Eigenheim noch lange nicht erschöpft. Michael Huber vom VZ-Vermögenszentrum in Frankfurt, ein unabhängiger Finanzplaner, empfiehlt seinen Kunden gerne auch Zertifikate und Fonds auf einen Rohstoffkorb. Er nennt beispielsweise den Market Access Jim Rogers International Commoditiy Index Fund (ISIN LU0249326588), der zu 35 Prozent Rohöl aber auch Landwirtschaftsprodukte wie Weizen, Korn und Baumwolle oder Metalle wie Aluminium und Kupfer und zu drei Prozent Gold enthält. Der von ABN Amro aufgelegte Indexfonds hat in einem Jahr mehr als 30 Prozent zugelegt. Die Inflationseffekte von steigenden Rohstoffpreisen sind damit mehr als wettgemacht.

Einer Investition in Sachwerte kommt auch die Aktienanlage gleich. Denn der Wert einer Aktie bestimmt sich aus Vermögenspositionen und künftig zu erwartenden Erträgen eines Unternehmens. Mit steigenden Verbraucherpreisen nehmen Firmen mehr Geld ein, die Aktien steigen tendenziell. Das läuft aber meistens in der Praxis nicht so glatt wie in der Theorie. Aktienanlagen sollten deshalb immer breit gestreut sein. Übrigens gehören zum Thema Sachwerte auch exotische Anlagen wie etwa Kunst oder Musikinstrumente. Ich kenne den Fall eines Cellisten, der vor rund 30 Jahren ein gutes Cello für 15 000 DM gekauft hat und es jetzt für mehr als 100 000 Euro versteigert hat. Damit konnte er sein Haus finanzieren. Doch solche Wertsteigerungen erzielt nur ein Anleger, der sich auskennt und genau weiß, was er kauft.

Schlecht ist eine steigende Inflation für Anleihen. Denn die Zinsen werden von den Preissteigerungen verzehrt, häufig ist die Rendite dann sogar negativ. Anleger spüren das direkt mit sinkenden Kursen. Der Bund hat mittlerweile inflationsgeschützte Anleihen aufgelegt. Sie bieten eine deutlich niedrigere Verzinsung (derzeit 1,7 Prozent) als gewöhnliche Staatsanleihen, ihr Preis steigt jedoch im Gleichschritt mit der Inflation. Ein gewisser Anteil solcher Anleihen im Depot kann durchaus sinnvoll sein, besonders wenn der Anleger mit höheren Inflationsraten rechnet. Denn dann geht auch der nominale Wert der Anlage kräftig in die Höhe und überflügelt die normalen Anleihen, die nominal besser verzinst sind, aber diesen Schutz nicht haben.

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