Die Vorsorgekolumne
Eigenheim, ja bitte!

Dies ist ein Plädoyer für das eigene Heim als Altersvorsorge. Es mag völlig altmodisch sein und gar nicht mehr in den heutigen Trend passen. Schließlich werden Familien immer kleiner, Ehen werden schneller geschieden und immer weniger Kinder kommen auf die Welt. Außerdem müssen Berufstätige heute mehr umziehen als je. Das Häuschen im Grünen hat ausgedient und ist im Rentenalter nur noch eine teure Belastung, ist oft zu lesen. Intelligent geplant sind die eigenen vier Wände dennoch eine wunderbare Sache.

Argument Nummer eins: die eigene Immobilie ist eine der ganz wenigen Arten von Altersvorsorge, die Spaß machen. Immer wieder belegen Studien, dass sich die Deutschen um das Thema Vorsorge weitgehend drücken. Doch für die eigenen vier Wände sind sie plötzlich bereit, sich mächtig einzuschränken, Finanzierungspläne aufzustellen und über Zeiträume von zehn, zwanzig oder dreißig Jahren zu denken. Plötzlich sind der Glitzerpullover und der Kurztrip nach Ibiza nicht mehr so wichtig. Es zählen Investitionen in die Zukunft: welches Parkett hält am längsten, wie kann später eine zweite, vermietbare Wohnung abgeteilt werden, ist die Lage auch in zwanzig Jahren noch attraktiv? Immobilien sind eine hoch emotionale Sache. Kein Wunder dass rund die Hälfe aller deutschen Vermögen in Grundstücken, Häusern und Eigentumswohnungen stecken. Immobilien zwingen auf angenehme Weise zur Spardisziplin.

Argument Nummer zwei: Selten war der Zeitpunkt so günstig wie jetzt. Die Zinsen sind nach wie vor niedrig und der über zehn Jahre anhaltende Preisrückgang bei Wohnungen ist zum Stillstand gekommen. Erstmals seit zehn Jahren ist die Zahl der fertiggestellten Bauten in Deutschland gestiegen. Die Ratingagentur Feri rechnet vor allem in Ballungszentren wie München, Hamburg oder Wiesbaden mit anziehenden Preisen. Es hilft, dass in Deutschland die Konjunktur mächtig anzieht. Anders als in der Vergangenheit ist jetzt sogar wieder mit Preissteigerungen zu rechnen.

Argument Nummer drei: Als Altersvorsorge bieten Immobilien weitgehenden Schutz vor Inflation. Rund ein viertel ihres monatlichen Budgets geben Bundesbürger für Wohnen aus. Im Alter steigt der Anteil an, weil die Wohnungskosten weiterlaufen, das Einkommen aber zurückgeht. Wer in den eigenen vier Wänden wohnt und sie bereits abbezahlt hat, hat den größten Brocken des Ausgabenbudgets bereits los und muss sich um Mieterhöhungen keine Sorgen machen. Die Ausgabenersparnis ist steuerfrei und kommt voll dem Nettoeinkommen zu Gute. Sollte die eigene Wohnung oder das Haus vermietet sein, winkt dagegen eine stete Erhöhung der Einkünfte – im Gleichklang mit den allgemeinen Preissteigerungen. Sicher, auch Instandhaltung und Modernisierung kosten. Aber diese Kosten sind zum großen Teil variabel. Wenn ein neues Bad gerade nicht drin ist, tut es die alte Badewanne auch noch eine Zeit lang.

Trotzdem können Anleger mit dem Kauf einer Immobilie viel falsch machen. Sie ist bei weitem keine sichere Geldanlage. Der Preis kann – je nach Lage und Qualität des Objekts – enorm in den Keller gehen. Wer zu groß und zu teuer kauft, hat keine Chance mehr, ein vernünftiges Vermögen aufzubauen. Oft können Eigenheime nur noch mit hohen Preisabschlägen verkauft werden. Immobilieninvestments sollten deshalb nicht viel mehr als ein Drittel des vorhandenen Vermögens in Anspruch nehmen.

Die Immobilie sollte außerdem eine gewisse Flexibilität erlauben. Sie sollte so gelegen und geschnitten sein, dass sie notfalls nicht nur wieder zu einem vernünftigen Preis verkauft werden kann, sondern auch vermietet werden kann. Ideal sind Häuser oder Wohnungen, die sich teilen lassen. Damit der Käufer am Ende nicht alleine oder zu zweit in einem übergroßen Haus wohnen muss. Der alte Grundsatz, dass vor allem die Lage zählt – Wohnumfeld, lieber Stadt als Land – gilt übrigens immer noch.

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