Die Vorsorgekolumne
Eine Versicherung, die lohnt

Es gibt Versicherungen, die braucht kein Mensch. Gegen Glasbruch zum Beispiel oder eine Sterbeversicherung. Es ist sinnvoller, sich das Geld für die eigene Beerdigung einfach zur Seite zu legen. Und ein zerbrochenes Fenster lässt sich meist aus der Handkasse ersetzen. Versicherungen lohnen nur, wenn der Schadensfall den sicheren Ruin bedeutet. Da ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung unverzichtbar. Das ist vielleicht schon tausend Mal geschrieben worden, aber vielen ist es offenbar dennoch nicht bewusst.

Nahezu jeder dritte Arbeiter und jeder fünfte Angestellte wird vor Erreichen des Rentenalters berufs- oder erwerbsunfähig. Aber nur ein Viertel aller Erwerbstätigen ist dagegen versichert. Und diese Gruppe ist nach Daten des Bunds der Versicherten meist noch unterversichert. Alarmierende Zahlen. Von der staatlichen Rente können vor allem jüngere Arbeitnehmer kaum noch etwas erwarten, wenn sie nicht mehr voll arbeiten können.

Die volle Erwerbsminderungsrente zahlt der Staat nur, wenn der Geschädigte am Tag nicht mehr als drei Stunden arbeiten kann. Aus der öffentlichen Rentenkasse fließen dann im Schnitt in knapp 700 Euro. Wer noch zwischen drei und sechs Stunden arbeiten kann, bekommt nur halb so viel. Eine private Unfall- und Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt dagegen, sobald der Betroffene auf Dauer nur noch 50 Prozent arbeiten kann. Sie zahlt außerdem die volle bei Vertragsabschluss verabredete Rente.

Je früher der Vertrag unterzeichnet ist, umso günstiger ist die Prämie. Wer später einsteigt und dazu noch in einem besonders gefährdeten Beruf arbeitet, der kann sich die Versicherung kaum noch leisten. Teuer ist sie allemal. Ein 30-jähriger Maurer, der im Ernstfall bis zum Renteneintritt 1 500 Euro monatlich haben möchte, muss dafür schon 200 Euro im Monat aufbringen. Maurer gehören zu den besonders gefährdeten Gruppen. Angestellte kommen günstiger weg. Ein 30-jähriger mit Bürojob zahlt für eine Rente von 2 500 Euro monatlich etwa 160 Euro.

Doch abgespeckte Versionen lohnen meist nicht. Temporäre Versicherungen zahlen nur, so lange betroffene Versicherte umschulen und einen neuen Beruf erlernen. Erwerbsunfähigkeitsrenten zahlen nur, wenn der Versicherte gar keine Tätigkeit mehr ausüben kann. Solche Angebote verlangen genaues Abwägen. Im Zweifel verschlechtert sich die Lage der betroffenen Person bei diesen Angeboten am Ende dann doch ganz erheblich. Verbraucherschützer raten deshalb, sich auf jeden Fall gegen die Berufsunfähigkeit zu versichern. Übrigens – gesunde Lebensweise und ein eher ungefährlicher Schreibtischjob allein wappnen nicht gegen den Ernstfall. Beinahe ein Drittel aller Frühverrentungen hat psychische Ursachen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%