Die Vorsorgekolumne
Frohe Botschaft aus Berlin

Aber auch Geringverdiener, die kaum Steuern zahlen, sparten bis jetzt auf jeden Fall 523 Euro Sozialbeiträge. Die Teilnahme hat sich deshalb gerade auch für sie gelohnt. In Supermarktketten wie Lidl und Aldi ist die Entgeltumwandlung zuletzt sehr populär geworden. Frauen mit der Steuerklasse V etwa leisten oft mit geringen Sparsummen einen dreimal höheren Beitrag für die betriebliche Rentenkasse. Jetzt soll es zumindest eine Nachfolgelösung geben, Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) prüft sogar, ob die volle Fortsetzung der bisherigen Regelung möglich ist.

Doch Vorsicht: Sicher ist die weitere Förderung noch lange nicht. Niedrigverdiener sollten mit Neuabschlüssen zurückhaltend sein, so lange in Berlin noch nichts beschlossen ist. Sie haben im schlechtesten Fall ab 2009 kaum Förderung, müssen später aber zahlen. Denn in der Rentenphase sind die zusätzlichen Einkünfte nicht nur steuerpflichtig, der Pensionär muss darauf auch Beiträge für die Kranken- und die Pflegeversicherung zahlen.

Noch ein nachteiliger Effekt wird häufig übersehen: oft bieten Arbeitgeber nur die gesetzlich vorgeschriebene Direktversicherung als Sparform an, die ähnlich wie eine private Rentenversicherung funktioniert. Provisionskosten fallen hier meist zu Beginn an, außerdem geht ein Teil der Sparbeiträge auch dafür drauf, dass Risiken wie Invalidität mitversichert sind. Der Arbeitnehmer zahlt oft Monate und Jahr nur an den Versicherer, bevor sein Beitrag auf sein persönliches Rentenkonto fließt.

Die Entgeltumwandlung lohnt sich deshalb nur, wenn der Beschäftigte noch eine Reihe von Berufsjahren vor sich hat. Ist das der Fall und ist der persönliche Steuersatz vergleichsweise hoch, ist diese Form der Vorsorge äußerst lukrativ.

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