Die Vorsorgekolumne
Geliebtes Sparbuch

Ein wenig erschreckend ist die kleine Zeitungsmeldung schon: Einer neuen Umfrage zufolge legen die Deutschen ihre Ersparnisse immer noch am liebsten auf das Sparbuch. Anlagen mit hohen Renditen würden hier zu Lande lieber gemieden. Dabei gibt es gerade im Umfeld steigender Zinsen wesentlich lukrativere Wege, Geld kurzfristig zu parken.

Zugegeben, das Sparbuch hat Vorteile. Bis zu 2000 Euro im Monat sind jederzeit verfügbar, die gesparten Beträge sind ohne Einloggen im Netz oder komplizierte Telefonate mit einem Call-Center einzusehen, und das Geld lässt sich ohne große Umschweife am Bankschalter abheben.Doch das wär’s auch schon.

Nur 0,5 bis ein Prozent Zinsen zahlen die meisten Geldhäuser auf ein reguläres Sparbuch. Damit gleicht es bei weitem noch nicht einmal die Inflationsrate aus. Wer auf dem Sparbuch sein Geld anlegt, verliert dabei. So lässt sich keine vernünftige Vorsorge aufbauen. Doch dass die aktuellen Sätze nur wenig bieten, haben die Banken häufig selbst schon gemerkt. Viele Institute kommen deshalb mit rentableren Versionen auf den Markt. Die Postbank etwa mit der „SparCard 3000“. Dort bekommt der Sparer auf Guthaben ab 3000 Euro 3,3 Prozent Zinsen. Die Dresdner Bank wirbt auf ihrer Internetseite für das AktivSparen. In jedem Monat, in dem mindestens zehn Euro auf das Sparkonto eingehen, zahlt sie 2,25 Prozent. Abgehoben werden können maximal 4000 Euro in der Woche. Oder das Renditesparbuch der Citi bringt ab Anlagen über 5000 Euro 2,75 Prozent. Immerhin, aber es geht noch besser.

Deutlich mehr ist derzeit beim Tagesgeld drin. Bis zu vier Prozent zahlen Banken auf Geld, das Sparer auf speziellen Konten mit Namen wie „Comfort Cash“ (Sparda Münster), „Tagesgeld PLUS“ (Comdirect), „CashOne“ (1822 direkt), oder schlicht „Zinskonto“(DAB-Bank) anlegen. Dort kann der Kunde sein Geld jederzeit einzahlen und wieder entnehmen, der Sparer kommt damit noch leichter an liquide Mittel als beim Sparbuch. Allerdings ist der Zinssatz nicht auf ewig garantiert. Sollte etwa die Europäische Zentralbank ihren Leitzinssatz, den sie mittlerweile auf vier Prozent angehoben hat, wieder senken, dann gehen mit Sicherheit auch die Tagesgeldzinsen nach unten.

Eine Alternative ist das Festgeld, bei dem sich der Kunde verpflichtet, sein Geld für einen festen Zeitraum der Bank zur Verfügung zu stellen. Nicht ganz so liquide, aber dafür ein garantierter Zins bis Ende der Laufzeit. Eine Anlage von 10000 Euro oder mehr bringt – ein Jahr angelegt – locker 4,25 Prozent. Möglich sind Laufzeiten ab einem Monat. Sich länger als ein Jahr zu binden wird derzeit kaum belohnt. Auch Sparbriefe über zehn Jahre bringen derzeit kaum mehr als die Bindung für ein halbes Jahr oder ein ganzes. Denn die kurzfristigen Zinsen sind in letzter Zeit deutlich rascher gestiegen als die Zinsen auf langlaufende Papiere. Deshalb wird eine lange Anlagedauer derzeit kaum belohnt.

Bleibt noch der Geldmarktfonds, bei dem der Sparer sein Geld in einen Pool aus festverzinslichen Wertpapieren mit kurzen Restlaufzeiten, liquiden Mitteln oder Floatern steckt. Die Banken verlangen keinen Ausgabeaufschlag, wohl aber Verwaltungsgebühren. Die muss der Sparer von den knapp drei Prozent, die solche Fonds bringen, noch abziehen. Beim Deka-Geldmarktfonds, der nach eigenen Angaben zuletzt vier Prozent erzielt hat, gehen beispielsweise 0,65 Prozent Verwaltungsgebühren ab. Auch scheinen vier Prozent Rendite nicht ganz die Norm zu sein. Meist können die Geldmarktfonds mit den Top-Zins-Angeboten für Tagesgeld noch nicht mithalten. Doch sie folgen steigenden Leitzinsen ohne zeitliche Verzögerung. Ein gelegentlicher Blick auf die Renditen lohnt also, etwa unter » http://dynamisch.vergleich.de.

Tja, und dann gibt es noch die Angebote für Neukunden. Die Citibank etwa verzinst ein Girokonto derzeit mit 3,25 Prozent, – aber das nur ein Jahr lang. Langjährige Kunden haben das Nachsehen. Der großzügigste Anbieter wirbt mit 4,5 Prozent. Doch ständig ein neues Konto zu eröffnen und wieder zu wechseln (Konto-Hopping) wird mit der Zeit ein wenig aufwändig.

Übrigens – die gesamte Altersvorsorge sollte nicht in solchen kurzfristigen Anlagen stecken, auch wenn sie besser als das Sparbuch sind. Die Faustregel: drei Monatsgehälter, mehr nicht.

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