Die Wachstumsstory ist tot
Kommentar: Broadvision versetzt Neuem Markt einen Keulenschlag

vwd. Mit der nachbörslichen Gewinn- und Umsatzwarnung hat Broadvision dem Neuen Markt einen Keulenschlag versetzt. Statt wie erwartet 134 Mil. US $ Umsatz wird das Internetsoftware-Unternehmen nur zwischen 85 und 90 Mill US $ Erlöse erzielen. Statt des projektierten Gewinns von 0,02 US $ je Aktie müssen sich die Aktionäre im 1. Quartal auf einen Verlust von 0,14 bis 0,16 US $ einstellen. Und es ist das alte Lied, das dem Leid geprüften Anleger von vielen früheren Meldungen bekannt vorkommt: Die Investitionsentscheidungen in neue Software seien "verschoben" worden, wie sich der CEO Pehong Chen ausdrückte. Der Umsatzeinbruch sei vor allem im US-Geschäft aufgetreten und auf den Konjunkturrückgang dort zurückzuführen.

Wer es nicht schon längst wusste, bekommt es also hier noch einmal demonstriert. Technologiewerte zeigen sich keineswegs als Profiteure irgendwelcher Sonderkonjunkturen. Sie sind zu einem Gutteil äußerst konjunktursensibel. Und wenn die Broadvision-Umsätze in einem konjunkturellen Rückgang um über 30 Prozent wegbrechen, dann bedeutet dies, dass die von dem Unternehmen angebotene Software für die Kunden eben nicht essentiell wichtig und bestenfalls "nice to have" ist. Wie lange die Durststrecke in USA noch anhält, ist derzeit schwer abschätzbar. Dass Broadvison aber seine Mitarbeiterzahl um 15 Prozent senken will, dürfte ein Indiz dafür sein, dass das Unternehmen selbst keine kurzfristige Erholung am US-Markt erwartet. Damit dürfte auch diese Wachstumsstory erst einmal tot sein.

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