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Die wahren WM-Helden

Maskottchen - sie sind bei jeder Fußballweltmeisterschaft dabei, doch ihre Bedeutung wurde bislang völlig unterschätzt.

Fälschlicherweise war die Weltöffentlichkeit stets der Meinung, die putzigen Figürchen dienten lediglich dem Ausdruck von Kultur und Lebensart des Gastgebers. Ein Blick in die Historie zeigt jedoch: Es existiert ein eindeutiger Zusammenhang zwischen der Auswahl des Maskottchens und dem sportlichen Erfolg des Gastgebers.

Schauen wir zurück: Die Geschichte der WM-Maskottchen begann 1966. Die Engländer bewiesen dabei mit "World Cup Willie" direkt eine gutes Händchen. Der stattliche Löwe mit Rod Steward-Frisur brüllte die heimischen Kicker zum Titel.

Bildergalerie der WM-Maskottchen

Ganz im Gegensatz zu den Mexikanern 1970. Ein übergewichtiger Junge namens "Juanito" bedeutete für die Gastgeber das Aus im Viertelfinale. Kein Wunder: Symbolisierte das pausbackige Kind mit dem Riesen-Sombrero doch mehr die Gemütlichkeit der Gastgeber denn deren fußballerisches Können.

Aus diesem Fehler haben die Deutschen gelernt. Zur moralischen Unterstützung der Mannen um Franz Beckenbauer schickten sie 1974 zwei kräftige Jungs ins Rennen: Tip und Tap. Es gab zwar zunächst Probleme - das Maskottchen-Duo hatte West- und Ostdeutschland verwechselt - doch schließlich gewannen die Hausherren den Cup.

Auch in Argentinien hatte das Maskottchen "Gauchito" richtig Power. Im Gegensatz zum fetten "Juanito", der das Leder beim Fototermin lässig unter dem Arm trug, zeigte der kleine argentinische Glücksbringer seine Fähigkeiten am Ball. Mit Erfolg - Argentinien wurde Weltmeister.

Bei der WM 1982 gab es dann wieder ein Desaster. Eine überreife Orange mit viel zu kleinen Füßen stand Spanien als Maskottchen zur Seite - dass konnte ja nichts werden.

Mexiko hat das Prinzip nicht verstanden

Der Klassentrottel ist und bleibt jedoch Mexiko. Da bekommen die Südamerikaner eine zweite Chance und entscheiden sich - statt für ein dickes Kind - für ein dürres Männchen, das gerade einmal über den Ball gucken kann. Folge: im Viertelfinale das Aus gegen Deutschland.

Auch Italiens grün-weiß-rotes Holzmännchen mit Fußballkopf war 1994 eine Fehlbesetzung. Mit "Ciao" verabschiedeten sich die Gastgeber im Halbfinale. Zu allem Überfluss klebte ein Autohersteller auch noch ein weißes WM-Sondermodell damit voll.

Der 1994er-US-Hund "Striker" schlug sich unglücklicherweise im Achtelfinalspiel der Gastgeber auf die Seite des Gegners und späteren Weltmeisters Brasilien - Pech gehabt! Patriotisch und stolz hingegen blieb der französiche Hahn "Footix" bei der letzen WM den Blauen um Superstar Zidane bis zum Finalsieg treu.

Und was ist mit 2002? Nun, die Organisatoren standen vor dem Problem, dass zwei Länder die WM ausrichten. Sie entschieden sich für das Trio "Atmos", bestehend aus dem Manager "Ato", dem Träumer "Nik" und dem Draufgänger "Kaz". Die Jungs sollen zusammen "Einheit, Harmonie und Kooperation" symbolisieren. Nett, aber hätte den Asiaten nicht mal einer sagen können, dass nur einer Weltmeister werden kann?

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