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Die Wall Street - ein Trauerspiel

Das Trauerspiel an der Wall Street setzt sich am New Yorker Nachmittag fort. Der unerwartet starke Anstieg der Erzeugerpreise und enttäuschende Ergebnisse bei den Hightechs überschatten den Handelsverlauf. Tröstlich ist nur eines: Investoren haben am verlängerten Wochenende mehr Zeit um ihre Wunden zu lecken.

Wie im Schnellwaschgang wurden die Glasfaserwerte in dieser Woche umher gewirbelt und mit ihnen auch der Aktienmarkt. Zum Wochenauftakt der Kursrutsch von JDS Uniphase nach einer Wachstumswarnung, dann die Erholung mit steigenden Wachstumserwartungen bei Ciena am Donnerstag und heute der Kurseinbruch nach der Warnung von Nortel - Investoren haben?s nicht gerade leicht. Die Tatsache, dass Nortel die Wachstumsprognosen für 2001 von 30 Prozent auf 15 Prozent halbiert und im ersten Quartal statt einen Gewinn von 16 Cents ein Minus von 4 Cents ausweisen wird, zieht auch die Aktien der Konkurrenten in den Keller. Die Ergebnisse von Unternehmen wie JDS Uniphase und Corning, die beide einen größeren Umsatzanteil mit Nortel erzielen, könnten gefährdet sein, meinen die Analysten.



Enttäuschen müssen auch die anderen Quartalsmelden aus dem Hightech Umfeld. Ob Dell Computer, Hewlett Packard, Novell oder Priceline: Analysten sind unzufrieden. Sie sprechen von "wenig Transparenz", anhaltendem Verlustrisiko und kommt zunehmend zu der Erkenntnis, dass eine Erholung der Ergebnisse zur Jahresmitte nicht realistisch ist. Mit einer Wendung dürfte frühestens gegen Ende des Jahres zu rechnen sein.



Steve Milunovich von Merrill Lynch befürchtet, dass die Hightechs auf längere Sicht auf dem Abstellgleis bleiben: "Sieben Jahre Pech will ich zwar nicht vorhersagen, dennoch kann es sein, dass Technologieaktien die kommenden Jahre pausieren." Nur gut, dass es da noch so langweilige Unternehmen wie Colgate gibt. Defensive Werte und Unternehmen mit kontinuierlichen Gewinnen stehen weiterhin hoch im Kurs. Statt der aufregend klingenden Glasfaser- und Internetaktien, sind die Gewinnbringer der Zukunft die Hersteller von so langweiligen Dingen wie Klopapier und Zahnpasta. Zum Wochenausklang tendieren die Aktien aus den Bereichen Haushaltswaren und Getränke freundliche.



Ebenfalls der Einzelhandel, unter anderem auch Home Depot, und Finanzwerte können zulegen. Zwei Branchen, die im Umfeld sinkender Zinsen fast immer zu den Profiteuren gehört. Defensiv aber dennoch schwach tendieren die Aktien des Pharmakonzerns Schering-Plough. Die Gewinnaussichten sinken, weil die US Gesundheitsbehörde die Zulassung für ein neues Medikament verschoben hat.

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