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Die Wall Street muss wieder arbeiten

Die Weihnachtstage sind vorbei! Zumindest im Land der begrenzten Feiertage. In der vergangenen Dekade hat der Big Apple selten sowenig Weihnachtsflair gesehen. Anscheinend hat der schwache Aktienmarkt der vergangenen Monate Amerikas Aktionären die Lust am Feiern tatsächlich verdorben. Dass es dem Einzelhandel in den USA nicht besonders gut geht, sieht sogar der Normalverbraucher auf den ersten Blick. Bis zu 40 und 50 Prozent Rabatte auf Klamottenkauf und zwar vor Heiligabend. Ein wahres Paradies! Wer in New York übrigens nicht auf seine Weihnachtsgans verzichten will, der sollte das Restaurant "Silver Swan" auf der 20zigsten Straße zwischen Park Avenue und Broadway mal testen.

Kommen wir vom Weihnachtsspektakel zum Aktienmarkt. Die Chancen einer erfreulichen Woche stehen gut. Am Dienstagmorgen zeigen die S&P 500 und die Nasdaq Futures auf einen stärkeren Handelstag. Nur die Dow Futures tendieren im negativen Bereich. Seit 1950 konnte der S&P 500 Index zwischen den Jahren in 72 Prozent der Fälle freundlich tendieren. Der Nasdaq Index konnte sogar in 90 Prozent der Fälle zulegen. Bei den Hightechs tendieren zum Wochenauftakt unter anderem die Aktien von Juniper Networks, Ciena, i2Technologies, Broadcom und Intel vorbörslich schwächer. Auch die Aktien von Yahoo! können vorbörslich leicht zulegen. Der Wert profitiert von den ersten Studien, die andeuten, dass sich das Shopping Volumen im Vergleich zum Vorjahr verdoppeln konnte. Das Shopping Volumen im internationalen Bereich konnte sogar mehr als versechsfacht werden. Die Aktien tendieren rund zwei Dollar fester.



Unwesentlich schwächer werden voraussichtlich die Aktien von JDS Uniphase starten. Wie bereits am Freitag, sorgt ein Kommentar der Deutsche Bank Alex Brown für Abgabedruck. Die Aktie wird von "aggressiv kaufen" auf "kaufen" abgestuft. Der Analyst befürchtet, dass das Umsatzwachstum im Vergleich zum vorhergehenden Quartal enttäuschen könnte. Die vom Management angepeilte zwölf Prozent Steigerungsrate scheint gefährdet zu sein.



Eine Ertragswarnung überschattet zum Handelsauftakt die Aktien von VISX. Der Hersteller von medizinischen Lasern, kann die Gewinnerwartungen im vierten Quartal nicht einhalten. Der Gewinn pro Aktie wird lediglich in einer Spanne von 15 bis 17 Cents pro Aktie liegen und damit die Erwartungen des Marktes verfehlen. Verantwortlich für die enttäuschende Entwicklung seien unter anderem steigende Rückstellungen um gegen Zahlungsausfälle gerüstet zu sein. Insgesamt sollen im vierten Quartal rund 18 Milliarden Dollar zurückgestellt werden.



Das Researchhaus I/B/E/S sieht einen Boden im Aktienmarkt. Darauf deuten die ausgesprochen schnellen und starken Revidierungen der Ertragsaussichten. Mittlerweile liegen die Schätzungen für das durchschnittliche Ertragswachstum im kommenden Jahr bei sechs Prozent. Bedenkt man, dass die Ertragswarnungsphase noch nicht beendet ist und Analysten zu Jahresbeginn die Messlatte meistens zu hoch hängen, scheint ein Ertragswachstum von sechs bis acht Prozent realistisch zu sein. Der Index, der Revidierungen im S&P 500 Index misst, lag im Dezember mit 0,4 das vierte mal in Folge deutlich unter eins. Ein Index unter eins bedeutet, dass die Masse der Analysten Gewinnaussichten reduzieren. Zweimal in den 80er Jahren und zweimal in den 90er Jahren erreichte der Index mit 0,25 bis 0,3 den Boden. In den folgenden zwölf Monaten legte der Aktienmarkt durchschnittlich 30 Prozent zu. Mit einem Index von derzeit 0,4 besteht weiterhin die Gefahr sinkender Ertragsaussichten. Die Revidierungen sind in den Kursen jedoch bereits reflektiert, meint I/B/E/S.

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