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Die Wall Street zeigt sich uneinheitlich

Die Wall Street wartet gebannt auf die morgige Notenbanksitzung. Allerdings dürfte keine besonders große Nachricht anstehen. Die Notenbank dürfte die Zinsen unverändert lassen.

Man geht auch davon aus, dass die Notenbank ihre Haltung zu einer Zinsanhebung beibehalten wird. Mal abgesehen von der Sitzung geben sich Analysten nur gedämpft optimistisch. Merrill Lynch rät Investoren erst bei einem S&P 500 Index unter der Marke von 1 400 Punkten Aktienbestände aufzustocken. Bei dem Nasdaq Index liegt die Kaufgrenze unterhalb der 3 600 Punkte Marke. Der Aktienmarkt sei zwar technisch überverkauft. Das Ende der Korrektur sei aber dennoch noch nicht erreicht.



Der Oktober gehört neben dem September zu den schwierigsten Börsenmonaten des Jahres. Unterm Strich beginnt dennoch mit diesem Monat ein meistens erfreuliches Quartal. Seit 1995 hat der S&P 500 Index rund zehn Prozent und der Nasdaq Index rund 15 Prozent zugelegt. Bedenkt man, dass mit dem Beginn der eigentlichen Ergebnismeldungen die Stimmung an der Börse auch wieder besser werden sollten, könnte es sich lohnen dieser Tage die Nerven zu behalten und preiswert wieder einzukaufen.



Erholt zeigen sich zum Wochenauftakt unter anderem PC-Werte. Die Bank of America hat sowohl Gateway als auch Compaq zum Kauf empfohlen. Man geht davon aus, dass eine Ertragswarnung bei diesen Unternehmen nicht anstehen wird. Im Gegenteil, die schlechten Nachrichten seien bereits ausreichend in den Kursen reflektiert.



IBM

stand zwar nicht auf den Empfehlungslisten, gehört jedoch zu den größten Gewinnern im Dow Jones Index. Weitere High-Tech Gewinner sind im Handelsverlauf unter anderem auch die Aktien von Cisco Systems. Morgan Stanley hat die aggressive Kaufempfehlung nochmals bestätigt. Ein Dokument, dass der amerikanischen Börsenaufsicht vorgelegt wurde, deutet auf weiterhin robuste Geschäfte. So scheint die Auftragslage im Vergleich zum Vorjahr um 315 Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar gestiegen zu sein. Mit der anstehenden Markteinführung neuer Enterprise und Kabelmodems im vierten Quartal dürfte auch die Zukunft des Konzerns rosig bleiben. Die Analysten sehen den Wert in den nächsten zwölf Monaten bei 90 Dollar. Deutlich fester notieren im Verlauf die Aktien von FuelCell Technology. Die Credit Suisse First Boston hebt das Kursziel auf 135 Dollar an. Eine neue Kooperation mit Enron North America senkt das Risiko, dass FuelCell die erwarteten Ziele verfehlen wird. Enron ist auf den Bereich Energiedienstleistungen konzentriert.



Größter Verlierer im Dow Jones sind wiederum die Aktien von Boeing. Das Brokerhaus Lehman Brothers hat die Aktie auf halten abgestuft. Der Wert sei nicht mehr unterbewertet und reflektiere auf diesem Niveau die Gewinnerwartungen des Unternehmens ausreichend. Es sei ebenfalls nicht positiv, dass durch den Airbus A3XX das Monopol der Boeing 747 gefallen sei. Die negativen Kommentare überschatten positive Kommentare der Investment Bank Morgan Stanley. Die dortigen Analysten halten gegen Lehman Brothers. Man geht davon aus, dass die Aktien von Boeing in den kommenden Monaten bis auf 74 Dollar klettern könnten. Die robuste Nachfrage für Passagierflugzeuge, steigende Margen und verbesserte Aussichten im Bereich Waffentechnik bilden eine gute Voraussetzung für höhere Kurse. Was das dritte Quartal betrifft, rechnet man mit keinen negativen Überraschungen. Es kann durchaus sein, dass nach den Ertragszahlen die Gewinnerwartungen an der Wall Street angehoben werden. Was die Konkurrenz mit dem A3XX betrifft, scheint der Wettbewerbskampf in der Tat zuzunehmen. Die Tatsache, dass Singapore Airlines statt des Jumbos von Boeing den A3XX bestellt hat, könnte einen Wendepunkt darstellen.

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