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Die Warnungssaison hat begonnen

Die Futures an der Wall Street deuten auf einen schwächeren Handelsstart. In der Woche der elften Zinssenkung geben weiterhin Unternehmensnachrichten den Ton an. Bereits am Mittwoch hatten die Schwergewichte American Express und Merck die Prognosen gesenkt und damit die Märkte belastet. Auch am Donnerstag deuten mehrere Firmen an, dass das Gröbste noch nicht überstanden ist.

Auch Konjunkturdaten, die eine Stunde vor Handelsbeginn in New York veröffentlicht wurden, können den Handel voraussichtlich nicht stützen. Die Einzelhandelsumsätze sind im November um 3,7 Prozent gefallen. Analysten hatten mit einem Rückgang in Höhe von lediglich 3,1 Prozent gerechnet. Damit verbucht der amerikanische Einzelhandel den größten Rückschritt seit fast zehn Jahren. Zumindest Autokonzerne hatten mit ihren "Zero-Finance Programmen", Krediten zum Nullzins, gegen den Trend gesteuert. Die Verbraucherpreise sind im vergangenen Monat um 0,6 gefallen, 0,3 Prozent mehr als erwartet. Allerdings ist die Kernrate um 0,2 Prozent gestiegen. Die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung sind in der vergangenen Woche mit 394.000 geringer gestiegen als im Vorfeld erwartet: zumindest von dieser Seite gute Nachrichten.

Die Handelseröffnung dürfte im Zeichen der Unternehmensnachrichten stehen. Der größte Telekomausrüster, Lucent , hat die Umsatzziele für das erste Quartal korrigiert. Danach werden die Umsätze voraussichtlich zwischen 3,1 und 3,4 Milliarden Dollar liegen. Analysten waren bisher von 4,47 Milliarden Dollar ausgegangen. Der Verlust wird laut Lucent zwischen 23 und 26 Cents pro Aktie betragen. Dennoch soll im Jahresverlauf die Gewinnschwelle erreicht werden, so das Management.

Mit zusätzlichen Kosten im vierten Quartal rechnet der Flugzeughersteller Boeing . Aufgrund der Terroranschläge werden voraussichtlich einmalige Kosten in Höhe von 400 Millionen Dollar anfallen. Was die Auslieferung von Flugzeugen betrifft, rechnet der Konzern im Bereich der Zivilluftfahrt weiterhin mit Auslieferungen von 522 Flugzeugen in diesem und zwischen 350 bis 400 Flugzeugen im nächsten Jahr. An den Umsatzprognosen für 2001 und 2002 hält das Management fest.

Wie bereits am Vortag machen auch am Donnerstag wieder Meldungen über Entlassungen die Runde in New York. Nach American Express gibt nun auch die größte US-Krankenversicherung, Aetna , massive Entlassungen bekannt. Geplant ist der Abbau von 6.000 Stellen oder 16 Prozent aller Mitarbeiter. Der Hersteller von Glasfaserkomponenten Ciena plant ebenfalls Entlassungen. Ciena hat im vierten Geschäftsquartal, das Ende Oktober auslief, einen Verlust von 1,8 Milliarden Dollar eingefahren. Im Vorjahreszeitraum konnte der Hersteller von Glasfaserkomponenten noch einen Gewinn von 29 Millionen Dollar ausweisen. Um Kosten zu sparen kündigte Ciena die Entlassung von 380 Jobs oder zehn Prozent der Gesamtbelegschaft an. Zur Stunde hält das Management eine Pressekonferenz ab. Im ersten Quartal wird der Umsatz gegenüber dem vierten Quartal um voraussichtlich 30 bis 40 Prozent einbrechen.

Auch der Chipausrüster Applied Materials blickt skeptisch in die Zukunft. Weitere Kosteneinsparungen scheinen nötig. Bisher konnte das Unternehmen der Versuchung widerstehen, Arbeitsplätze abzubauen, um die Ausgabenseite zu kürzen. Nun aber kündigte der Hersteller von Maschinen für die Chipproduktion an, zehn Prozent der Belegschaft (1700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter) entlassen zu wollen.

Neben Applied Materials dürfte auch der große Intel Konkurrent Advanced Micro Devices den Chipbereich belasten. Für die Analysten von Prudential Securities ist AMD ein glatter Verkauf. Die Investmentbank stuft den Wert von "halten" auf "verkaufen" herab. Die Intel Pentium 4 Chipsets dürften die durchschnittlichen Verkaufspreise der AMD Athlon XP Chips weiter unter Druck setzen, so die Begründung."

Das Internetportal Yahoo befindet sich auf Expansionskurs. Jüngstes Objekt der Begierde ist die Online-Arbeitsvermittlungsagentur Hotjobs.com. Als Übernahmepreise bietet das weltgrößte Internetportal 436 Millionen Dollar in bar und Aktien an. Damit würde Yahoo pro Hotjobs-Aktie 10,50 Dollar zahlen. Am Mittwoch schloss sie in New York bei 6,50 Dollar. Das Prekäre an der Offerte: Mit TMP Worldwide hat Hotjobs bereits einen Übernahmepartner gefunden.

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