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Die Welt als Wille und Vorstellung

Heute ist der Todestag des Philosophen Arthur Schopenhauer. Grund genug, sich mit seinem Hauptwerk: "Die Welt als Wille und Vorstellung" zu beschäftigen. Denn Schröder und Merkel wollen beide Kanzler werden und stellen sich vor wie schön es, das Land zu regieren.

Heute ist der Todestag des Philosophen Arthur Schopenhauer. Grund genug, sich mit seinem Hauptwerk: "Die Welt als Wille und Vorstellung" zu beschäftigen. Denn Schröder und Merkel wollen beide Kanzler werden und stellen sich vor wie schön es, das Land zu regieren.

Sicher hat Schopenhauer das so nicht gemeint. Aber irgendwie dann doch. Denn nach seiner Meinung existiert die Realität nur da, wo es einen Betrachter gibt. Und es ist doch wohl so, dass es die Politiker (besonders aber ihre vielen vielen Äußerungen) ohne uns als Zuschauer nicht geben würde.

Und dann sagt er noch, dass alles, was existiert, irgendwie die Manifestation des Willens ist. So passt es auch hier.

Wer es genau wissen will:

Haben wir nun einmal die Einsicht erlangt, daß Vorstellung als Motiv keine nothwendige und wesentliche Bedingung der Thätigkeit des Willens ist; so werden wir das Wirken des Willens nun auch leichter in Fällen wiedererkennen, wo es weniger augenfällig ist, und dann z.B. so wenig das Haus der Schnecke einem ihr selbst fremden, aber von Erkenntniß geleiteten Willen zuschreiben, als das Haus,welches wir selbst bauen, durch einen andern Willen als unsern eigenen ins Daseyn tritt;

sondern wir werden beide Häuser für Werke des in beiden Erscheinungen sich objektivirenden Willens erkennen, der in uns nach Motiven, in der Schnecke aber noch blind, als nach Außen gerichteter Bildungstrieb wirkt.

Auch in uns wirkt der selbe Wille vielfach blind: in allen den Funktionen unseres Leibes, welche keine Erkenntniß leitet, in allen seinen vitalen und vegetativen Prozessen, Verdauung, Blutumlauf, Sekretion, Wachsthum, Reproduktion. Nicht nur die Aktionen des Leibes, sondern er selbst ganz und gar ist, wie oben nachgewiesen, Erscheinung des Willens, objektivirter Wille, konkreter Wille: alles was in ihm vorgeht, muß daher durch Wille vorgehen, obwohl hier dieser Wille nicht von Erkenntniß geleitet ist, nicht nach Motiven sich bestimmt, sondern, blind wirkend, nach Ursachen, die in diesem Fall REIZE heißen. [... ]
Quelle: Uni-Rostock.de

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