Die Wettbewerbshüter gehören zu den besten der Welt
Internationales Lob für Bundeskartellamt

Das Bundeskartellamt ist in den Augen von Fachleuten eine der besten Wettbewerbsbehörden der Welt. Dies ist das Ergebnis der Studie "Rating the Enforcers 2002", die dem Handelsblatt exklusiv vorab vorliegt.

ost DÜSSELDORF. Die britische Fachzeitschrift "Global Competition Review" hat in den vergangenen Monaten zum dritten Mal Juristen und Ökonomen nach ihrem Urteil über die Kartellbehörden in mehr als 25 Ländern befragt. An der Studie beteiligten sich mehr als 600 Experten.

Das Bundeskartellamt bekam bessere Noten als 2001. Die Bonner Behörde erhielt 4,5 von 5 möglichen Punkten, im vergangenen Jahr kam das Amt nur auf 4 Punkte. Dennoch fielen die Deutschen vom zweiten auf den dritten Platz zurück - die US-Behörde Federal Trade Commission zog an den Deutschen vorbei. Auf dem ersten Platz liegt wie im vergangenen Jahr die zweite US-Wettbewerbsbehörde, die Antitrust Division des Justizministeriums. "Das Ergebnis zeigt die Stärke der Amerikaner, nicht die Schwäche der Deutschen", betont James Eyers, einer der Autoren der Studie. Gleichauf mit dem Bundeskartellamt liegen die französischen und die britischen Wettbewerbsbehörden.

In fast allen Bereichen heimste das Kartellamt Bestnoten ein: Eine seiner Stärken sei die politische Unabhängigkeit. Viel Lob bekam auch Amtschef Ulf Böge persönlich: Er sei "sehr geschickt und trifft in jeder Situation den richtigen Ton", heißt es in der Studie.

Eine weitere Stärke habe die Behörde bei der Rekrutierung von Fachpersonal: "Das Amt genießt auf dem Arbeitsmarkt einen besseren Ruf als viele andere Wettbewerbsbehörden."

Nicht ganz so gut beurteilen die Befragten den ökonomischen Sachverstand des Amtes - darin sehen sie eine leichte Schwäche. Zumindest einige Mitarbeiter hätten ein "engherziges Verständnis von Wettbewerb" und seien altmodischen Konzepten verhaftet.

Aus der Bewertung ausgeklammert wurde, wie gut die Deutschen gegen Kartelle vorgehen - weil die im März gegründete Sonderkommission zum Kampf gegen Kartelle noch zu neu sei. In der Vergangenheit sei die Verfolgung von Kartellen "löchrig" gewesen.

Noch immer leidet der Ruf der Behörde unter dem Umzug von Berlin nach Bonn im Herbst 1999. Dabei wurde fast die Hälfte der Mitarbeiter ausgetauscht - ein Know-how-Verlust, der noch heute zu spüren sei, meinen die Befragten. Schon vor einem Jahr wurde in der Untersuchung Kritik an "Ineffizienzen" laut. Obwohl sich die neuen Mitarbeiter schnell eingearbeitet hätten, läuft die Arbeit in Bonn aus Sicht der Befragten noch immer nicht so reibungslos wie früher in Berlin.

Quelle: Handelsblatt

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