Die wichtigsten Aktionen der letzten Jahre
Frankreichs Fernfahrer setzen auf Blockadestrategie

afp PARIS.Mit ihren Lastwagen haben Fuhrunternehmer und Fernfahrer in Frankreich schon manche Regierung massiv unter Druck gesetzt. In den vergangenen Jahren wurden bereits mehrfach erfolgreich Kraftstofflager, Raffinerien oder Grenzübergänge abgeriegelt, um die eigenen Forderungen durchzusetzen. Die Blockade-Aktionen sind ziemlich effizient, da sie Frankreich am Lebensnerv treffen. Im Folgenden die spektakulärsten Aktionen:

1992 blockierten die Fahrer zum Beginn der Sommerferien tagelang Millionen von Urlaubern, die auf den Autobahnen und Landstraßen festsaßen. Die Lkw-Fahrer demonstrierten gegen die seinerzeit in Frankreich neu eingeführten Strafpunkte. Die Blockade war erfolgreich, der Punkteführerschein wurde für Fernfahrer weitgehend außer Kraft gesetzt.

1996 sperrten die Fernfahrer im November zwölf Tage lang ganz Frankreich an allen wichtigen Verkehrsknotenpunkten. In rund 50 Departements mussten Benzin und Diesel rationiert werden. Die Fahrer erzwangen den Ruhestand ab 55 Jahren und die Zahlung aller Arbeitsstunden, auch der Stand- und Ladezeiten. Dieser bislang schwerste Lkw-Streik in Frankreich bedeutete eine herbe politische Niederlage für den konservativen Premierminister Alain Juppé, der wenige Monate später aufgeben musste.

Nach Neuwahlen und dem Sieg der Sozialisten blockierten die Fahrer im November 1997 erneut fünf Tage lang fast alle Tankstellen. Die Regierung vermittelte zwischen Fuhrunternehmern und den Fahrergewerkschaften, die eine Lohnerhöhung durchsetzten.

Im September 1999 blockierten Tankwagenfahrer- und Unternehmer Raffinerien in Südfrankreich und setzten Sonderregelungen für diese Berufsgruppe sowie Lohnerhöhungen durch. Im Oktober sperrten Fernfahrer zahlreich Grenzübergänge, um gegen eine Aufweichung des Wochenendfahrverbotes zu demonstrieren.

Mitte Januar 2000 sperrten Frankreichs Fuhrunternehmer drei Tage lang die französischen Grenzen und setzten die faktische Aufhebung der 35-Stunden-Woche für die Fahrer und weitreichende Diesel-Beihilfen durch. Aus Protest dagegen blockierten ihrerseits die Fahrer zwei Wochen später erneut die Grenzen und setzten Lohnerhöhungen durch.

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