Die wichtigsten politischen Vertreter im Überblick
Führungsköpfe der NPD sorgen für Annäherung an Skinhead-Szene

afp BERLIN. Die Führungskräfte der NPD im Überblick:

Der Parteivorsitzende UDO VOIGT steht seit März 1996 an der Spitze der NPD. Der 48-jährige ehemalige Bundeswehr-Hauptmann trat die Nachfolge von GÜNTER DECKERT an, der wegen Volksverhetzung und Beleidigung bis Mittwoch im Gefängnis saß. Voigt machte aus der NPD eine straffe Kaderpartei, die die Zusammenarbeit mit militanten Skinheads nicht scheut. Er kündigte außerdem an, der NPD-Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten (JN) mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Seitdem lässt er nach Erkenntnissen des baden-württembergischen Verfassungsschutzes "den JN alle Freiheiten bei ihrer politischen Arbeit und billigt damit indirekt auch deren Zusammenarbeit mit Neonazis". Nach außen gibt er sich das Image eines braven Biedermanns und behauptet, die NPD sei "keine rechte Partei".

Auch der JN-Vorsitzende SASCHA ROSSMÜLLER tritt für die Zusammenarbeit mit dem Neonazi-Lager ein. Bei seiner Wahl im April 1999 setzte sich der von der NPD-Führung protegierte Roßmüller gegen seinen Konkurrenten Achim Ezer durch, der die JN stärker auf Eigenständigkeit gegenüber der Mutterpartei einschwören wollte. Nach Erkenntnissen des Bundesamtes für Verfassungsschutz haben die JN unter Roßmüllers Führung an Profil verloren.

Der mehrfach vorbestrafte Rechtsanwalt MANFRED ROEDER gilt als prominentes Aushängeschild der Partei und verfügt zudem über gute Verbindungen zum internationalen Netz des Neofaschismus. Der 71-jährige war 1982 nach einem Anschlag auf ein Hamburger Ausländerwohnheim mit zwei Toten wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Im Dezember 1999 erhielt er wegen Volksverhetzung erneut zwei Jahren Gefängnis. Roeder hatte nach Überzeugung des Gerichts bei einem Wahlkampfauftritt im August 1998 den Massenmord an den Juden im Dritten Reich geleugnet.

Überraschend ist im August diesen Jahres der Mitbegründer der linksterroristischen Roten Armee Fraktion (RAF), HORST MAHLER , in die NPD eingetreten. Der Berliner Rechtsanwalt, der wegen seiner RAF-Mitgliedschaft 14 Jahre lang in Haft saß, propagiert seit seiner politischen Kehrtwende eine "nationale Revolution" und verbreitet antisemitische Sprüche. Offen fordert er neuerdings ein "Verbot der jüdischen Gemeinden in Deutschland". Der 64-Jährige gilt als einer der begabtesten Redner der NPD.

Den radikalen Flügel der NPD vertritt der 37-jährige Neonazi STEFFEN HUPKA . Er hat innerhalb der NPD eine "Revolutionäre Plattform" gegründet und fordert die Umwälzung der bestehenden Verhältnisse im Staat. Vor seinem Eintritt in die NPD 1996 war der in Sachsen-Anhalt ansässige Hupka in verschiedenen rechstextremistischen Organisationen aktiv. Derzeit liegt er mit der NPD-Führung im Streit: Er hatte kürzlich auf eigene Faust eine Demonstration gegen ein mögliches Parteienverbot für den 4. November im Berliner Regierungsviertel angekündigt, von der sich die Parteiführung aber distanzierte.

Der stellvertretende NPD-Vorsitzende HANS-GÜNTER EISENECKER repräsentiert die Bemühungen der Partei, in Ostdeutschland durch "nationalbolschewistische" Propaganda Fuß zu fassen. Er verteidigt als Rechtsanwalt Parteifreunde vor Gericht und würde die NPD möglicherweise bei einem Verbotsverfahren vor dem BVG in Karlsruhe vertreten.

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