Archiv
Die zehn japanischen WM-Spielorte im Kurzporträt

dpa HAMBURG. Nirgendwo wird der bei dieser WM betriebene Gigantismus so offenkundig wie beim Anblick der Stadien. Da die zur gemeinsamen Ausrichtung gedrängten Organisations-Komitees von Japan und Südkorea nicht von ihren ursprünglichen Planungen abweichen wollten, steht nun die absolute Rekordzahl von 20 Stadien bereit, zehn davon in Japan.

SAPPORO:
Sapporo, berühmt für sein Bier, Sushi und seine heißen Quellen, ist die Haupstadt der nördlichsten japanischen Hauptinsel Hokkaido und mit 1,8 Millionen Einwohnern die fünftgrößte Stadt des Landes. Sie ist das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum dieser wegen ihrer atemberaubenden Naturschönheit unter Touristen beliebten Insel- Provinz. In Sapporo findet der Besucher zugleich das größte Vergnügungs- und Rotlichtviertel in ganz Nordjapan: Susukino. Im vergangenen Jahr baute die Stadt den rund 42 800 Sitze umfassenden Sapporo Dome mit dem weltweit ersten mobilen Fußballfeld, das gleitend in die riesige runde Stadion-Halle befördert werden kann.

MIYAGI:
Die Hauptstadt der im Nordosten Japans an der Pazifikküste gelegenen Provinz Miyagi ist Sendai, mit 920 000 Einwohnern Japans zwölftgrößte Stadt, 350 km von der Hauptstadt Tokio entfernt. Sie trägt den Beinamen "Hauptstadt der Wälder". Das 49 133 Sitze umfassende und vor zwei Jahren erbaute Miyagi Stadium liegt etwa eine halbe Stunde Fahrt von Sendai entfernt, weswegen Shuttle-Busse eingesetzt werden. Zu den Sehenswürdigkeiten von Sendai gehört die Ruine einer im Jahr 1 602 errichteten Burg und der 1 607 für die Kriegsgottheit Hachiman errichtete Schrein Osaki Hachiman-gu. Ebenfalls in Miyagi liegt Matsushima. Die Bucht mit ihren etwa 250 mit Kiefern bestandenen Inselchen gilt als eine der drei schönsten Landschaften Japans.

NIIGATA:
Die 300 km nord-westlich von Tokio gelegene Industrie-Stadt Niigata, mit 530 000 Einwohnern Hauptstadt der gleichnamigen Präfektur, ist einer der wichtigsten Häfen am Japanischen Meer. Gespielt wird im 2001 fertig gestellten Niigata Stadium Big Swan, das 42 300 Fans Platz bietet. Die für ihren Reisanbau berühmte Provinz lebt vorwiegend von der Landwirtschaft und dem Tourismus und ist eine der größten Braustätten für den japanischen Reiswein Sake. Niigata ist von Tokio in gut zwei Stunden mit dem Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszug zu erreichen. Niigata auf der schneereichen, industriell unterentwickelten "Rückseite Japans", hat zwar keine besonders nennenswerten kulturellen Sehenswürdigkeiten, doch lohnt ein Besuch der Insel Sado.

IBARAKI:
In der 62 700 Einwohner zählenden Stadt Kashima in der Provinz Ibaraki, rund 100 km nordöstlich von der Hauptstadt Tokio entfernt, befindet sich das 41 800 Sitze umfassende Ibaraki Prefectural Kashima Soccer Stadium. Es wurde speziell für Fußball erbaut und hat daher auch nicht wie andere Stadien eine um das Spielfeld führende Laufbahn. Kashima ist die Heimat der japanischen Fußballprofiliga- Mannschaft Kashima Antlers. Die Hauptstadt der Provinz Ibaraki heißt Mito. Eine der Hauptsehenswürdigkeiten ist der berühmte Kairaku-en, ein weitläufiger Landschaftspark.

SAITAMA:
Mit seinen über sechs Millionen Einwohnern liegt Saitama weniger als eine Stunde von Tokio entfernt an der Nordseite quasi im "Schatten" der japanischen Hauptstadt. Das gigantische 63 700 Sitze umfassende Saitama Stadium mit seinen zwei imposanten gewölbten Dächern liegt in der Stadt Urawa, Heimat des Fußballprofiliga-Clubs Red Diamonds. Im Vorfeld der WM bereitete jedoch der Rasen des Stadions Saitama größte Kopfschmerzen. Das Stadion liegt etwa eine Viertelstunde zu Fuß von der Bahnstation Urawa Misono entfernt. Zu den Sehenswürdigkeiten in Saitama gehört das zum Gedenken an den Beatles-Star errichtete John Lennon Museum. Saitama ist auch berühmt für japanischen grünen Tee.

YOKOHAMA:
Mit seinen 3,4 Millionen Einwohnern ist Yokohama, wo am 30. Juni das WM-Finale ausgetragen wird, die zweitgrößte Stadt Japans nach dem benachbarten Tokio. Historisch ist Yokohama als eine der kosmopolitischsten Städte Japans berühmt und war der westlichen Welt Mitte des 19. Jahrhunderts als einer der ersten internationalen Häfen des Landes geöffnet worden. Noch heute ist Yokohama bekannt für seine internationale Atmosphäre, viele Deutsche, Amerikaner und Briten leben hier, viele ausländische Unternehmen sind hier angesiedelt. Yokohama ist auch Heimat der angebliche größten Chinatown der Welt. In Yokohama befindet sich auch das internationale WM-Medienzentrum, von wo aus tausende Reporter über das sportliche Highlight des Jahres berichten werden. Das Yokohama International Stadium wurde 1997 für insgesamt 72 370 Zuschauer errichtet.

SHIZUOKA:
Die zentraljapanische Präfektur Shizuoka ist die Heimat für das Symbol Japans: den heiligen Berg Fuji. Dank seines milden Klimas und seiner Lage an der Pazifikküste ist Shizuoka gesegnet mit Obst, grünem Tee und gutem Sushi. Hier liegen auch berühmte heiße Quellen. Das neue Fußball-Stadion Ecopa mit einer Kapazität für 51 349 Zuschauer wurde rechtzeitig zur WM zwischen den Städten Kakegawa und Fukuroi mit einer Bevölkerung von zusammen 141 700 gelegen errichtet. Die meisten WM-Besucher werden in Hamamatsu oder Shizuoka, zwei der größten Provinzstädte unterkommen müssen. Für Fußball-Begeisterung Shizuokas sorgt auch Hamamatsu mit seinen über 11 000 Brasilianern.

OSAKA:
Das rund drei Stunden von Tokio entfernte Osaka ist mit 2,5 Millionen Einwohnern Japans drittgrößte Stadt und die bedeutendste Metropole des süd-westlichen Japans. Die Stadt liegt am Mündungsdelta des Yodogawa und bildet das östliche Ende des seit frühgeschichtlicher Zeit wichtigen Verkehrsraums der japanischen Inlandsee. Die zahlreichen Kanäle und Brücken ließen die - jedoch wenig malerische - Metropole als "Venedig des Ostens" bekannt werden. Osaka ist auch geschätzt für seine exquisite Küche. Zudem kommen viele landesweit berühmte Komiker von dort. Zu den Sehenswürdigkeiten gehört die vor über 400 Jahren errichtete Burg. Jüngste Attraktion ist der Freizeitpark Universal Studio Japan (USJ). Das renovierte Nagai Stadium der Stadt bietet 50 000 Zuschauern Platz.

KOBE:
Vor sieben Jahren wurde Kobe von einem der schwersten Erdbeben heimgesucht, das Japan je erlebt hat. Mehr als 6 000 Menschen kamen damals ums Leben, Zehntausende von Gebäuden wurden zerstört. Mit seinen rund 1,5 Millionen Einwohnern ist das rund 600 km westlich von Tokio gelegene Kobe die sechstgrößte Stadt und einer der wichtigsten Häfen des Landes. Es war einer der ersten Häfen, der nach Japans Öffnung zum Ausland 1868 den Handel mit der übrigen Welt aufnahm. Die Stadt wird von Norden von einer bewaldeten Bergkette geschützt und über das ganze Jahr ein gemäßigtes Klima. Einkaufsmöglichkeiten wie die Flower Road und ihr Freizeitwert machten die Metropole zu einer beliebten Wohngegend für Ausländer. Das 2001 errichtete Kobe Wing Stadium bietet 42 000 Zuschauern Platz.

OITA:
Die für Pilze und viele heiße Quellen bekannte Präfektur Oita liegt am östlichen Ende der südlichsten japanischen Hauptinsel Kyushu. Hier liegen die größten Onsen (heiße Quellen) des Landes: Beppu und Yufuin. In der 400 000 Einwohner zählenden und 960 km süd-westlich von Tokio gelegenen Stadt Oita, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, befindet sich das im vergangenen Jahr errichtete Oita Stadium Big Eye mit einer Kapazität für 43 000 Zuschauer. Spezialität der Region ist der berühmte und berüchtigte Kugelfisch Fugu. Sollte beim Ausnehmen der Leber nur ein Tropfen des darin enthaltenen Gifts mit dem Fisch in Berührung gekommen sein, war es die letzte Mahlzeit des Genießers.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%